General Chaos - Calamity Circus

Review

Letztens beim TEPHRA-Konzert dachte ich mir noch: „Mann, wie cool wäre es, den mal in einer richtigen Death-Metal-Band singen zu hören?!“
Und entweder sollte ich mich, ob meiner hellseherischen Fähigkeiten, jetzt direkt bei Astro-TV bewerben, oder ich werde heimlich beobachtet.

Bei GENERAL CHAOS präsentiert sich der angesprochene Ercument Kasalar nämlich nun als Mann hinter dem Mikro. Die Gitarre (die er bei TEPHRA sonst auch noch bedient) lässt er schön daheim, schließlich hat er mit Florian Müller und Hendrik Bache zwei Saitenakrobaten am Start, die in ihrer Zeit bei den allseits beliebten DEW-SCENTED bewiesen haben, dass man mit ihnen immer rechnen muss.
So, kleiner Zwischenstand. Ihr merkt schon worauf das hinausläuft, gell?! Genau, Allstar-Band oder auch Supergroup ist das Zauberwort. Es kommt nämlich noch besser: Am Schlagzeug macht es sich Antek gemütlich, der früher schon bei SUCH A SURGE und REVOLVER in die Felle gedroschen hat und seit dieser Zeit ebenfalls als Spezialist gilt. Komplettiert werden GENERAL CHAOS durch Henrik Schwaninger (auch REVOLVER) am Bass.
Doch genug des Namedroppings. Wenden wir uns der Musik zu. Die muss natürlich halten, was all die illustren Namen versprechen. Rechenaufgabe: Was ergibt 2 x DEW-SCENTED + 2 x REVOLVER + 1 x TEPHRA? Richtig, Death’n’Roll!
Ziemlich trocken, tiefergelegt und mit einer Extraportion Coolness versehen, kommt „Calamity Circus“, das Debüt der Band daher. Kommen einem beim Opener „Speech“ kurzzeitig noch die deutschen Kollegen von TIEFLADER in den Sinn, nimmt die Zirkustruppe relativ schnell Fahrt auf und setzt die Segel in Richtung weitaus tödlicherer Gefilde. Dass der Groove dabei nicht fehlen darf, versteht sich von selbst. Und so dürfen als Vergleich EDGE OF SANITY (zu „Cryptic“-Zeiten) oder mittlere ENTOMBED herhalten, obwohl das Label davon spricht, dass „MOTÖRHEAD PANTERA bumsen und ENTOMBED zuschauen“ (köstlich!).
MOTÖRHEAD herauszuhören fällt mir dabei jedoch recht schwer. Dafür hat der PANTERA-Hinweis umso mehr Gewicht, da sich Ercuments Stimme hier tatsächlich eher nach Phil Anselmo meets DISBELIEF-Jagger, als nach Tomas Lindberg (wie ich es eigentlich ursprünglich vermutet habe) anhört.
Außerdem haben GENERAL CHAOS eine Schwäche für die düstere Schwere, wie man sie zum Beispiel auch bei DOWN oder CROWBAR findet.
Ansonsten rocken die Jungs aber ziemlich straight über den Rummel, wobei mir leider ein paar Hits fehlen. Ein bisschen mehr Melodie im Chorus (wie zum Beispiel sehr cool gelöst in „Calamity Circle“) wäre schon wünschenswert.
Darüber hinaus ist „Calamity Circus“ aber natürlich handwerklich über jeden Zweifel erhaben, wie man es bei diesen Beteiligten eigentlich auch nicht anders erwarten kann.

Zum Schluss möchte ich noch das Cover, bzw. die gesamte Präsentation nach außen hin erwähnen, mit der sich GENERAL CHAOS etwas abseits des Szeneüblichen bewegen und sich so positiv von der Masse abheben.

03.11.2010

Der metal.de Serviervorschlag

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