Grip Inc. - Incorporated

Review

Brauchen wir nach fünfjähriger Pause ein weiteres GRIP INC.-Album? Hat sich diese nach der letzten Scheibe total ausgebrannt und innerlich zerfressen wirkende Band wirklich wieder zusammengerauft und dementsprechend etwas zu sagen? Es gab bestimmt viele Skeptiker, die „Incorporated“ schon im Vorfeld abgekanzelt haben. Und genau diesen Leuten, zu denen ich mich übrigens auch zählte, haben Waldemar Sorychta, Gus Chambers und Dave Lombardo mit ihrem mittlerweile vierten Rundling gehörig das Maul gestopft. Diese elf Songs killen ohne Ausnahme und das Beste daran ist: Sie killen auf eine vielschichtige Art und Weise. Das Trio belebt einerseits seine Brutalo-Thrash-Wurzeln der Jahre 1995 („Power Of the Inner Strength“) und 1996 („Nemesis“), negiert aber zum Glück zu keiner Sekunde die experimenteller ausgefallene Scheibe und ihr zugleich letztes Lebenszeichen aus dem Jahre 1999 namens „Solidify“ als Bestandteil seiner Historie. Aus diesem Grunde kann man „Incorporated“ auf gewisse Weise als Best Of GRIP INC. in Form von neuen Songs beschreiben. Fiese Thrash-Knüppel, die auch SLAYER nicht besser hinbekommen hätten („Skin Trade“), stehen neben Sorychta-typisch angehauchten Melodien mit Brachialfaktor („Curse (Of The Cloth)“, „Prophecy“, Man With No Insides“) und lassen sogar noch Platz für unterschwellig sehr wirkungsvolle Experimente wie zarte Flamenco-Klänge („Enemy Mind“), einen Sitar-Einsatz (gespielt von KREATOR-Sami), dezente Elektronik („The Answer“) oder einen Cello-Gastauftritt von Eicca Toppinen (APOCALYPTICA) bei „Built (To Resist)“. Wer bei einer solchen kreativen Bandbreite immer noch über die Notwendigkeit dieses Albums philosophiert, ist wirklich selbst Schuld. Noch dazu präsentiert Gus Chambers seinen Gesang facettenreicher als je zuvor, und über das überirdische Drumming eines Herrn Lombardo müssen keine weiteren Worte verloren werden. Ja, GRIP INC. haben mit „Incorporated“ mehreres bewiesen: 1. Diese Band hat durchaus noch etwas zu sagen. 2. Eine Rückkehr nach langjähriger Abstinenz muss nicht automatisch einen Abklatsch der alten Glanztaten nach sich ziehen oder im entgegengesetzten Falle moderne Trendanbiederung bedeuten. 3. Das Sprichwort „Gut‘ Ding will Weile haben“ ist somit endgültig verifiziert.

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29.04.2004

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5 Kommentare zu Grip Inc. - Incorporated

  1. audaron sagt:

    Da kann man dem Trio nur artig DANKE sagen … Danke, dass ich noch mal so ein Brett hören und (an anderer Stelle) reviewen durfte … M E I S T E R H A F T !!!

    10/10
  2. steffen sagt:

    Yo, einfach eine Superscheibe!

    5/10
  3. steffen sagt:

    Ich hasse dass, kaum vergisst man im Formularfeld eine Angabe, stellt sich die Bewertung auf 5. DAS beim Designrelaunch bitte ÄNDERN Zu Grip Inc.: 10 Punkte!

    10/10
  4. shadowofdeath sagt:

    Ich war anfangs skeptisch..die Platte rotierte in meiner Anlage und wollte nicht so recht mit mir einhergehn. INCORPORATED muß man öfters hören, um in den Genuß zu kommen. GRIP INC. schlagen mal wieder gehörig in die Fresse!

    9/10
  5. nihil77 sagt:

    ich bin schlicht nur begeistert… die Scheibe erhält hoffentlich auch die (Kauf)Würdigung, die sie verdient! Bei mir wohl bis zum Schluss unter den Top 5 des Jahres 2004!

    10/10