Grotesque - Museum Of Human Disease

Review

Aus Perth in Westaustralien kommt dieser Death Metal-Vierer, aber von Exotik ist hier absolut nichts zu sehen oder zu hören. Dass die Zeichen der Zeit nicht am fünften Kontinent vorbeigehen, war auch nicht zu erwarten, aber ein derart technisches Death Metal-Inferno würde der vorurteilsbehaftetete Mitteleuropäer wohl kaum erwarten. Wo im deutschen Fernsehen höchstens noch der Croc-Hunter einen Platz hatte und die bekanntesten Bands auch heute noch AC/DC und ROSE TATTOO heißen, ist die Zeit „down under“ nicht stehen geblieben.

GROTESQUE haben demzufolge nichts mit der gleichnamigen schwedischen Kult-Band zu tun. Die Inspirationsquelle der Band dürfte klar irgendwo zwischen Florida und New York liegen. IMMOLATION, SUFFOCATION oder auch CANNIBAL CORPSE heißen die Paten der Gruppe. Dazu kommen Leadgitarren mit abartig schnellen Sweeps, die in dieser Form auch von NEVERMORE kommen könnten.

Was sich erst mal nett liest, entpuppt sich ziemlich schnell als recht dröge Mischung, denn bei aller Frickelei hat die Band den Blick für das Wesentliche oft verloren. Zwar mühen sich GROTESQUE, das derbe Blast-Massaker aufzulockern, indem das Tempo häufig variiert wird. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Musik auf „Museum Of Human Disease“ seelenlos und austauschbar ist. Erik Rutan schafft mit HATE ETERNAL den Spagat zwischen Technik und ausgefeiltem Songwriting, GROTESQUE quetschen sich dabei lediglich die Eier.

Für die Band spricht die gute Produktion und das absolut fehlerfreie Spiel, gegen sie spricht ihr fehlendes Ohr für packende Songstrukturen. Der tiefe Gurgelgesang bringt leider ebenfalls kein Potenzial mit, sich langfristig im Kleinhirn zu manifestieren und ist noch wesentlich austauschbarer als die eigentliche Musik. Im Grunde schade, denn Musiker mit derartigen Fertigkeiten sollten dieselben auch konsequent nutzen. „Museum Of Human Disease“ dient in dieser Form leider nur dem Selbstzweck und ist Angeberei auf hohem Niveau.

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02.12.2007

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