Hexorcist - Crucificial Imprecations

Review

Soundcheck Juli 2026# 4

Ein Blick auf die Artworks von „Evil Reaping Death“ und dem aktuell in den Startlöchern stehenden Nachfolger „Crucificial Imprecations“ von HEXORCIST legt die Vermutung nahe, dass das Death-/Thrash-Quartett aus Florida eher konservativ agiert. Die Farbgebung ist sehr vergleichbar, die inhaltlichen Unterschiede liegen in den Details. So verhält es sich schließlich auch mit dem musikalischen Teil. Und das, obwohl die Ostküstler ihren Sänger gegen keinen Geringeren als Gene Palubicki (u.a. PERDITION TEMPLE) ausgetauscht haben, der mit seinem Portfolio hervorragend ins Konzept der Band zu passen scheint.

Schwiegermutters Dinnerparty

Dennoch bleibt „Crucificial Imprecations“ kein Mahl für Schwiegermutters Dinnerparty. In acht Songs donnern sich die US-Amerikaner eine gute halbe Stunde durch die Geburtsstunde des Genres, treten aber fast noch weniger auf die Bremse als noch auf dem Vorgängeralbum. Palubicki selbst jagt bei HEXORCIST zwar keine angeschwärzten Riffs durch den Äther, scheint aber durch seine Partizipation und seine deutlich rauere Stimmfarbe etwas mehr Gruftcharakter einzubringen. Das ist eine markante Verbesserung gegenüber „Evil Reaping Death“ und auch die Songstrukturen haben – man glaubt es kaum – noch einen Ticken mehr Wahnsinn hinzugewonnen.

Es vergeht kaum eine Minute, in der Gitarrist William Barter kein völlig irres Solo aus den Saiten schüttelt und HEXORCIST sich dermaßen intensiv durchs Uptempo kloppen, dass eine Verfolgung des Ganzen zwar faszinierend, aber gleichermaßen anstrengend erscheint. Selten bleiben einmal Hooklines wie etwa bei „Deconsecration“ hängen, während das Quartett aber offensichtlich auch gar keinen Wert darauf legt, entsprechende Widerhaken anzulegen. Folglich fegt ein Großteil des Materials mit Windstärke 12 am Zuhörer vorbei, ohne nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

Leidensfähigkeit und Hang zur blutigen Nase

Wer mit HEXORCIST bis hierher schon etwas anfangen konnte, für den könnte „Crucifical Imprecations“ durchaus so etwas wie die nächste Erweiterungsstufe seiner Lieblinge darstellen, denn auf seine abstruse Art ist das zweite Album der Truppe das noch Intensivere geworden. Diese wüste Prügelei bleibt Nischenmaterial – ein wenig Leidensfähigkeit und den Hang zur blutigen Nase muss man schon mitbringen.

20.07.2026

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