Hollowtone - Dead Man's End

Review

Manche Platten sind wirklich für eine Überraschung gut. Bei den belgischen HOLLOWTONE hatte ich erst die Vermutung, es handele sich um eine weitere Metalcoreband, was meine Begeisterung nicht gerade in die Höhe schnellen ließ. Doch meistens (oder zumindest manchmal) kommt es anders als man denkt!

“Dead Man’s End“ vermittelt nämlich keine modernen Werte, sondern schickt einen direkt zurück, in die Neunziger Jahre. Das wäre soweit nichts besonderes, doch HOLLOWTONE haben sich voll und ganz dem Sound EUCHARISTs (“Mirrorworlds“) und AT THE GATES (“Terminal Spirit Desease“) verschrieben. Und das so originalgetreu, dass man meinen könnte, tatsächlich verschollene Aufnahmen dieser Bands in den Händen zu halten.
Der warme Sound, prägnante Akkordfolgen und der Aufbau der Songs transportieren den Geist dieser zwei Bands perfekt, wobei die Rhythmusgitarren oftmals sehr von AT THE GATES (das Hauptriff von “At The Bleakness I Cry“ ähnelt dem von “Terminal Spirit Desease“ doch sehr), die wunderschönen, melancholischen Leads hingegen von EUCHARIST inspiriert sind.

Sicher, vor zehn bis zwölf Jahren wären HOLLOWTONE als Diebe und Kopierer verschrien gewesen, doch heutzutage herrscht ein echter Mangel an Bands, die diesen Sound zelebrieren. AT THE GATES werden von Metalcorebands missbraucht, EUCHARIST sind völlig in Vergessenheit geraten. Darum ist jetzt, wo die Not am größten ist, die Zeit reif für ein Album wie “Dead Man’s End“.

Eingespielt wurde diese Platte übrigens unter nicht gerade einfachen Bedingungen. Bandchef Kristof Vandebeek konnte nämlich nur auf die Hilfe zweier Freunde zählen. Da beide Vokalisten sind, blieb die ganze Arbeit also an ihm hängen. Vom Schreiben der Songs, über das Einspielen sämtlicher Instrumente, bis hin zu Mastering und Mix lag alles in seinen Händen. Das grandiose Ergebnis unterstreicht nur die Klasse dieses wahren Multiinstrumentalisten, der erst vor kurzem eine langjährige Krankheit überstanden hat (mehr dazu im Interview).

Als Bonus enthält “Dead Man’s End“ zwei Coversongs. Der Erste (“Come Die With Me“) stammt von einem Demo der Band LAST FUNERAL, der Zweite ist eine beeindruckende, perfekt nachgespielte Version des EUCHARIST-Klassikers “Wounded And Alone“, wobei der Gesang im Vergleich zum Original (wie auch auf dem gesamten Album) in einer etwas tieferen Lage angesiedelt ist.
Weitere Lieder hervorzuheben ist unnötig, da jedes Einzelne einfach großartig ist. Alleine für das Intro (eigentlich ein richtiger Song, aber ohne Vocals) würden andere Bands töten.

Das HOLLOWTONE noch ohne einen Plattenvertrag dastehen, ist schon verwunderlich. Am besten, ihr schaut gleich mal auf ihrer Homepage vorbei, wo man Songs probehören, und “Dead Man’s End“ bestellen kann.
Diese Band braucht eure Unterstützung!

19.11.2007

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