Hollowtone
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Interview

So unerwartet wie ein Blitz traf mich "Dead Man’s End", das traditionsbewusste Debüt der Belgier HOLLOWTONE. Grund genug also, Mastermind und Alleinunterhalter Kristof Vandebeek meine Fragen zu schicken. Dieser präsentierte sich als sehr sympathischer Gesprächspartner, der über persönliche und bandinterne Belange äußerst redefreudig Kunde tat!

HollowtoneHi Kristof!

Als Allererstes muss ich Dir mal sagen, dass mich “Dead Man’s End“ total umgehauen hat!

Hallo Volker! Danke dafür. Ich weiß das wirklich zu schätzen, da wir in den letzten zehn Monaten eine ganze Menge Arbeit ins Schreiben und Aufnehmen des Albums investiert haben. Ich denke, die Band hat ein Album erschaffen, welches sich zwischen all den modernen Death-Metal-Platten behaupten kann. Besonders, da heutzutage jede Deathcoreband diese melodischen, typisch schwedischen Riffs verwendet.

Wie kommt es, dass man noch nie von Euch gehört hat? Erzähl doch mal was über die Mitglieder und die Entstehung der Band.

Es gibt gute Gründe, weshalb man in Deutschland noch nichts von uns gehört hat. Denn obwohl wir relativ nahe der deutschen Grenze wohnen, hatten wir noch keine Auftritte bei euch. Da wir als Studioprojekt angefangen haben.
Es war glaube ich Ende 2006, als ich die Idee hatte HOLLOWTONE zu gründen. Damals war ich das einzige Bandmitglied und spielte alle Instrumente. Später, im Jahr 2007, kam dann noch Bart Goffinghs, der die Vocals zum Album beisteuerte, dazu. Mit Bart verbindet mich seit 25 Jahren eine Freundschaft. Wir wissen aber trotz unserer Freundschaft, was wir, in Bezug auf die Band, vom anderen erwarten können.

Was sagt die Presse zu “Dead Man’s End“? Sind andere Schreiber auch so überwältigt wie ich?

Ja, bis jetzt schon. In Belgien und den anderen Ländern, in die wir das Album verschickt haben, bekommen wir ziemlich gute Reviews. Das ist natürlich toll, aber um ehrlich zu sein, ist metal.de das erste Magazin, das in Deutschland über uns schreibt, was Dich zum ersten deutschen Schreiber macht, der über uns berichtet. Für uns ist das gut, da Deutschland ein sehr wichtiger Markt ist.
Die meisten Magazine haben uns so ca. 90% Prozent gegeben – man könnte also sagen, dass die Leute auf ein Album wie dieses gewartet haben!

Welche Ziele würdest Du mit HOLLOWTONE gerne erreichen?

Zur Zeit liegt der Fokus auf unserer nächsten Platte “Misery Loves Company“. Wir wissen aber noch nicht, ob es nur eine MCD mit fünf oder sechs Liedern, oder ein richtiges Album werden soll. Ausserdem werden wir einen neuen Drummer vorstellen. Über diese ganze Sache kann ich aber noch nicht viel verraten, da wir noch nicht alles ausgearbeitet haben.
Das zweite Ziel wäre, “Dead Man’s End“ komplett zu verkaufen, da wir eine ganze Menge Geld in dieses Album gesteckt haben. Reviews wie Deine sind für kleinere Bands also sehr wichtig, da man somit extra Werbung bekommt.

In Eurem Infoblatt steht, dass Ihr wahrscheinlich keine Konzerte geben werdet. Wollt Ihr nicht, oder gibt es in Eurer Gegend nur keine geeigneten Musiker?

Es gibt in Belgien schon genug gute Musiker. Aus unserer Gegend stammen, auch im Ausland bekannte Bands wie GORATH, PREDJUDICE, EXTERMINATOR und EMETH. Von denen wirst Du vielleicht schon gehört haben.
Der eigentliche Grund, weshalb ich zur Zeit auf keiner Bühne stehen kann, ist eine Krankheit, die mein Gleichgewichtssinn gestört hat, und die ich erst jetzt, nach sechs Jahren überstanden habe. Zur Zeit muss ich diese blöden Bewegungsübungen machen, damit die Leistungsfähigkeit meines Gleichgewichtssinns wieder erhöht wird. Es geht bergauf, aber bis alles wieder in Ordnung ist, wird es noch eine ganze Weile dauern. Und an dem Tag, an dem ich mich nicht mehr die ganze Zeit komisch fühle, bringe ich HOLLOWTONE sofort auf die Bühne. Dieser Tag könnte übrigens früher kommen, als manche denken, da ich hart dafür trainiere, über dieses Stadium der Krankheit hinweg zu kommen.

Du hast alle Instrumente auf “Dead Man’s End“ selbst eingespielt. Hattest Du eine besondere musikalische Ausbildung? Spielst noch in anderen Bands?

Nein, eine musikalische Ausbildung habe ich nicht. Ich kann sogar nicht einmal Noten lesen! Seit ich 14 bin übe ich ziemlich viel und die Töne spiele ich so, wie ich sie in meinem Kopf höre.
Mein Hauptinstrument ist die Gitarre. Damit komme ich am besten klar. Die übrigen Instrumente zu spielen war ein notwendiges Übel, da ich keine Zeit hatte, mit einer Band zu üben.
Zur Zeit spiele ich in keiner anderen Band. Ich hatte aber ein Sideproject namens MAHLSTROM. Diese Band klang sehr nach DISSECTION, zumindest haben das alle Leute behauptet. “Nordlys“, unsere erste MCD bekam überall gute Kritiken und wurde direkt vor der DISSECTION – Reunion veröffentlicht. Einige Leute hielten uns deshalb tatsächlich für die neuen DISSECTION, was ziemlich cool war. Mit dabei waren ausserdem Filip (GORATH) und Dan Swanö (eines seiner unzähligen Projekte) als Sänger. Vor der Veröffentlichung von “Dead Man’s End“, war das die beste Sache, welche ich im Musikbereich je gemacht hatte.
Davor war ich in einer melodischen Death-Metal-Kapelle namens THE QUIESCENT aktiv. Lustigerweise ist der Sänger dieser Band jetzt auch bei HOLLOWTONE dabei, der Basser ist die treibende Kraft hinter GORATH und auch auf “Dead Man’s End“ vertreten. Wir haben uns eben nie aus den Augen verloren und sind gute Freunde geblieben.

Was kannst Du mir über die Aufnahmesesssions erzählen? Habt Ihr ein eigenes Studio?

Das Album wurde im (wie wir es nennen) “Cabin Studio“ aufgenommen. Es ist ein semiprofessionelles Studio, wo es alle Geräte gibt, die wir benötigt haben. Ein netter Ort zum Abhängen und Relaxen, aber auch ein guter Ort, um die nötige Inspiration für “Dead Man’s End“ zu bekommen.
Ich habe nicht nur die ganze Musik alleine aufgenommen, sondern dort auch noch das Mastering und den Mix erledigt. Dieser Job hat mich wirklich gefordert, aber am Ende war ich sehr froh über das Resultat. Natürlich denkt man danach aber auch, dass man einiges besser oder anders hätte machen können. Aber mal sehen, was die Zukunft bringt!

Nächstes Jahr erscheint Euer zweites Album. Was kann man davon erwarten? Gibt es Angebote bezüglich eines Plattenvertrages?

Die Musik wird reifer sein. Mit mehr Killerriffs, mehr Leadgitarren, besserem Gesang und einem besseren Sound! Wir haben das “Cabin Studio“ direkt nach der Veröffentlichung von “Dead Man’s End“ aufgerüstet, die Drums werden wir wohl in einem richtigen Profistudio aufnehmen.
Wegen eines Plattendeals gibt es keine Gespräche. Wenn also jemand Interesse hat: nur zu!

Offensichtlich seid Ihr große EUCHARIST/AT THE GATES – Fans. Was fasziniert so an diesen Bands? Spielt Ihr diesen Sound als eine Art Huldigung an die Bands? Gibt es auch Leute, die meinen, dass ihr diese Gruppen nur kopiert?

Ich weiß nicht mehr genau, es muss “Slaughter Of The Soul“ gewesen sein, das mein Leben total verändert hat. Ab diesem Zeitpunkt war mir diese Art der Musik (hart und melodisch!) am liebsten und wollte, dass meine Musik auch so klingt.
Man könnte unser Album schon als Tribut an EUCHARIST und AT THE GATES ansehen, doch hören diese Bands nur wenige Leute wirklich in unserer Musik. Außerdem ist der Gesang bei uns anders. Die meisten dieser melodischen Death-Metal-Bands benutzen “Screams“ statt “Grunts“. Das ist es wohl, was uns unterscheidet: HOLLOWTONE benutzen “Grunts“!

Welches sind Deine Lieblings-90er-Platten?

Oh, es ist immer schwer eine solche Liste zu machen. Aber ich muss ja wohl!
1. AT THE GATES – Slaughter Of The Soul
2. DISSECTION – Storm Of The Light’s Bane
3. DARK TRANQUILLITY – Skydancer
4. DEATH – Individual Thought Patterns
5. DREAM THEATER – Awake

Meine letzte Frage: Was hat es mit dem Bandnamen HOLLOWTONW auf sich? Soll er den Sound beschreiben, oder etwas in der Richtung?

Es ist nur ein Name, der das lyrische Konzept beschreibt: Jemand hört gedämpfte Worte oder Töne von den Personen, um die er sich sorgt.

Vielen Dank, Kristof, für das Interview. Deine abschließenden Worte:

Ich danke Dir! Es war mir eine Freude, Deine Fragen zu beantworten. An alle Metalheads da draussen: Unterstützt uns, indem Ihr unser neues Album “Dead Man’s End“ kauft! JETZT!
Habt eine gute Zeit, wenn wir mit unserem melodischen Old-School-Death-Metal in Deutschland einfallen!
Jeder kann das Album über unsere Homepage bestellen und es gibt immer noch Exemplare der limitierten Erstauflage.
Wir sehen uns in Deutschland!

19.11.2007

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