



Mit HUMAN WASTE haben sich Ván Records ein kräftiges Death-Metal-Ei ins Nest gelegt. Auch wenn das Aachener Label vor allem für Black Metal und düstere Underground-Klänge bekannt ist, sorgen Veröffentlichungen wie Misery Obsessions, dem dritten Studioalbum der Band, immer wieder für stilistische Überraschungen.
HUMAN WASTE spielen modernen Old School Death Metal mit deutlicher Brutal-Death-Schlagseite: schwer, aggressiv und handwerklich auf hohem Niveau, dabei konsequent auf Wucht statt auf Eingängigkeit ausgelegt. Die Band hat ihren eigenen Stil gefunden und verbindet rohe Brutalität mit einer dichten Atmosphäre, ohne dabei die Genregrenzen zu verlassen.
Klassische Death-Metal-Kost mit modernem Sound
Bei aller technischen Finesse dominiert ein sehr geradliniges Gitarrenspiel. Die Riffs pendeln zwischen brachialer Gewalt und klassischem Old-School-Feeling, entwickeln aber nicht durchgehend die nötige Eigenständigkeit. Songs wie „All The Pigs Are Here“ oder „Iron Casket“ überzeugen mit starken Grooves, während der Opener „Last Rites“ mit seinem direkten, fast crustig-punkigen Drive besonders hervorsticht. Von dieser ungestümen Energie hätte dem Album insgesamt etwas mehr gutgetan.
Genau hier liegt die größte Schwäche von Misery Obsessions: Die Platte funktioniert als geschlossenes Gesamtwerk besser als ihre einzelnen Songs. Die Arrangements sind schlüssig, die Riffs treffen ins Schwarze und das musikalische Niveau ist durchweg hoch. Dennoch fehlt der prägende Moment, der einzelne Stücke dauerhaft im Gedächtnis vergegenwärtigt. So bleibt statt echter Referenzsongs vor allem der Eindruck einer konstant starken, aber selten wirklich herausragenden Death-Metal-Platte.
Starke Technik, zu wenige Höhepunkte
Mit „Misery Obsessions“ liefern HUMAN WASTE ein technisch starkes und kompromissloses Death-Metal-Album ab. Druckvolle Produktion, präzises Zusammenspiel und authentische Old-School-Wucht sprechen klar für die Band. Was der Platte jedoch fehlt, sind Songs mit echtem Wiedererkennungswert und eine noch stärkere eigene Handschrift. So bleibt am Ende ein gutes Genrealbum, das handwerklich überzeugt, den entscheidenden Schritt zum herausragenden Werk aber noch nicht geht.

Oliver Schreyer


















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