I Prevail - Trauma

Review

Für I PREVAIL aus Detroit, Michigan, war der Stein des Anstoßes ein Coversong von Taylor Swift, war das irgendwo der Anfang von allem und gleichzeitig auch ein unbewusstes Aushängeschild dessen, was das Quartett anzubieten hat.  I PREVAIL sind Pop, Post-Hardcore, Modern Metal, und Hip-Hop. Das metallische Überraschungs-Ei, was offensichtlich für jeden was dabei hat, vollzieht nach seinem 2016er Release „Lifelines“ nun in „Trauma“ seelische Reinigung.

I PREVAIL manifestieren ihren Weg

Bereits im Vorwege kündigte die Band immer wieder an, dass es sich hierbei um ein sehr persönliches, ehrliches Album handelt. Mit diesen Ankündigungen einhergehend, die Angst der Fanbase, ob sich I PREVAIL nunmehr komplett ihrem Pop-Core-Metal abwenden und sich der Sound verändert hat, sich die Band verändert hat.

Wer sich auch gerade in diesem Moment diese Frage stellt, dem kann man mit einem deutlichen, alles-sagenden „Jein“ beruhigen. I PREVAIL sind nach ihrer letzten Veröffentlichung und in den letzten zwei Jahren deutlich erwachsener geworden.  Der Sound in sich satter und harmonischer. Der Vorab-Release und Opener „Bow Down“ ist dafür der beste Beweis und zeigt deutlich die Richtung auf, in die sich I PREVAIL bewegen.

Ein „Trauma“ ohne Kanten

Glatt, Klinisch und sauberer als eine, mit Desinfektionsmitteln bearbeitete Tischplatte, brettert poppiger Metalcore drauflos. Wir treffen auf inflationär eingesetzte Synthesizer, melodische Vocals und Rapparts, die sich an eine vergangene Nu Metal-Ära klammern, vermissen gleichzeitig aber Ecken und Kanten. I PREVAIL sind mit „Trauma“ auf glatt geputzten Wegen unterwegs und klingen weitaus elektronischer als bei ihrem Vorgänger.

Dennoch oder gerade, weil sie mit „Trauma“ damit eindeutiger als zuvor zeigen, wer sie sind und was sie machen, gilt es den Hut zu ziehen. Brian Burkheiser und Eric Vanlerberghe im direkten Kampf am Micro beeindrucken am Ende des Tages durch fordernden Sprechgesang, liebliche Töne und fiese Screamo-Parts. Ein bisschen LINKIN PARK sickert durch, zumindest für kurze Momente, die aber recht schnell wieder durch corelastige Gitarrenriffs relativiert werden.

Es geht nicht immer nur geradeaus

Während böse Zungen von einer Produktion sprechen, die auf Verkäuflichkeit gepitcht ist, kann man sich für „Trauma“ die Zeit nehmen und mal länger ein Ohr darauf halten. I PREVAIL könnten mehr Metalcore sein,wollen sie aber gar nicht, sondern beweisen Mut, eine vorgegebene Struktur weiter aufzubrechen und dadurch moderner zu klingen. Wer sagt, das Metal nur in eine Richtung funktionieren kann, dem beweisen diese Menschen etwas anderes.

„Ich herrsche/ ich behersche“, so der Bandname übersetzt. Herrschaftsübernahme ist an dieser Stelle zu hoch gegriffen, dennoch muss man hier die Qualitäten anerkennen, und das Herzblut, welches hier investiert wurde, erkennen. „Trauma“ ist die seelische Reinigung einer Band, die einen Weg einschlägt, der sich in Facetten anders als erwartet, darstellt, sich dadurch aber jegliche Möglichkeiten offen hält.

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14.04.2019

It`s all about the he said, she said bullshit.

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