Infliction - The Faint Smell Of Suicide

Review

Es wird zwar schon seit geraumer Zeit behauptet, der Boom im Melodic Death-Bereich sei vorbei, aber nichtsdestotrotz flattert mir mit hübscher Regelmäßigkeit jeden Monat mindestens eine Scheibe ins Haus, deren Roots immer mehr oder weniger bei Bands wie IN FLAMES, DARK TRANQUILLITY oder älteren SOILWORK zu suchen sind. So geschehen auch bei den Italienern von INFLICTION, die mit „The Faint Smell Of Suicide“ dieser Tage ihr erstes Full Length-Album über die Alpen zu uns geschossen haben. Nach einem kurzen, mysteriösen Intro klappt mir dann auch sogleich die Kinnlade gen Italien (sorry, konnte es mir nicht verkneifen!), denn der Opener „A Credit To Dementia“ ist ein gottverdammter Killersong geworden, wie man ihn in der anscheinend immerwährenden Melodic Death-Schwemme nicht sehr häufig um die Ohren geblasen bekommt. Die den Nacken auf Höchsttemperatur erhitzenden, sehr schwedischen Riffs werden von einer gnadenlosen Double Bass unaufhaltsam nach vorne gepeitscht, im Hintergrund wabern nebelartige Keyboards und der abwechslungsreiche Gesang, der teils gesprochen, teils gekrischen und teils clean gesungen an den Mann gebracht wird, repräsentiert wunderbar die verschiedenen Stimmungen dieses Hammertracks. Doch leider war dies nur ein kurzes Strohfeuer, denn im Folgenden beschränken sich die sechs Musiker (unter ihnen auch Dhilorz von ANCIENT) auf grundsolides, melodisches Todesblei, das keinem weh tut. Ein wenig Death/Thrash hier, ein paar Melodiebögen da, dazu noch ein paar progressiv angehauchte Soli, vereinzelte elektronische Spielereien und ein zurückhaltendes Keyboard und fertig ist „The Faint Smell Of Suicide“, das aber handwerklich immer auf festem Grund gebaut ist. Schade eigentlich, dass hier nicht mehr daraus geworden ist, zumal die Produktion mehr als amtlich ausgefallen ist und man mit Mitgliedern von ANCIENT, MÖRK GRYNING und NIGHT IN GALES illustre Gastmusiker für dieses Erstlingswerk gewinnen konnte. Nach dem fulminanten Opener hatte ich noch gedacht, dass INFLICTION das nächste große Ding in diesem Bereich werden könnten. Das Potential ist ja vorhanden, wie „A Credit To Dementia“ beweist. So aber ist diese Scheibe einfach nur solide ausgefallen und knapp über dem Durchschnitt anzusiedeln.

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04.06.2002

Der metal.de Serviervorschlag

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