Inkisitor - Inkisitor

Review

Bei „Inkisitor“ handelt es sich weniger um ein neues Album der Franzosen denn eine simple Compilation durch sämtliche Schaffensphasen der Band in ihrer bisher neun Jahre umfassenden Karriere. Im Zuge des doch eher gering wiegenden Bekanntheitsgrades (am ehesten dürfte die Splitveröffentlichung mit SVEST ein Begriff sein) des Quintetts vielleicht nicht ganz verkehrt, wenngleich sich bei derlei Geschichtchen natürlich stets die (Un)Sinnfrage stellt. Weshalb sich der geneigte Extrem-Metal-Hörer INKISITOR erbarmen sollte soll nun also im Folgenden geklärt werden – oder eben auch nicht.

Nach genauerer Betrachtung der rund 25 Minuten Spielzeit sieht es nämlich eher danach aus, dass die Band mit ihrem gebotenen rauhen Black Metal mit leichtem und simplen Death-Einschlag kaum ein Lebkuchenherz auf der Kirmes ihrer Wahl gewinnen dürfte. Es stellt sich zwar keineswegs so dar, dass INKISITOR sowohl technisch als songwriterisch stümperhaft vorgehen würde. Der soundtechnisch derbe rumpelnde, powerchorstlastige Black Metal ist allerdings derartig unspektakulär und nichtssagend, dass es keine Freude mehr ist. Gepaart mit der derart kurzen Spielzeit der Compilation stellt sich also tatsächlich die Frage wer in Zeiten der beinharten Wirtschaftskrise sein liebes Geld hierfür ausgeben soll. Einzig und alleine jene Momente, in denen sich die Band erbarmt dissonante Einflüsse in die Musik einzubinden um dabei wage an alte DEATHSPELL OMEGA-Scheiben zu erinnern („Sentenced to Bliss Claws“), scheinen zu glänzen. Ausflüge in dreckige War-Metal-Gefilde wagt man ebenfalls gelegentlich und lockert so die Musik zumindest im Ansatz etwas auf.

Dummerweise kommt zu guter Letzt auch noch ein DARKTHRONE-Cover hinzu. „Under A Funeral Moon“. Schon wieder. Im Ernst: Wann verstehen die Leute endlich, dass man nicht ständig diesen Song covern muss, um sich musikalisch durchsetzen zu können? Und wenn man sich schon an fremden Speisen bedienen muss, warum stets immer am selben Schinken? Vielleicht sollte ich, einfach aus Protest, „En Vind Av Sorg“ covern, hehe. Zurück zur Musik: Technisch ist die Sache immerhin einwandfrei dargeboten. Wenn ich allerdings auf den Text, genaugenommen die letzte Strophe achte, platzt mir die Hutschnur. Man sollte schließlich erwarten können, dass man im Stande ist einen Text zumindest eins zu eins wiederzugeben. Leider ist das hier nicht der Fall (wenngleich es einen immensen Unterhaltungswert innehat, zu versuchen, das Kauderweltsch zu übersetze, hehe).

So bleibt die Frage nach Sinn oder Unsinn im Endeffekt also eher ungeklärt. Hört man sich bei den hochgeachteten schwarzmetallischen Internetwarriors allerdings etwas um, könnte es durchaus sein, dass INKISITOR in die Kategorie „Kult“ fallen, eben aufgrund der rumpelnden und mehr als direkten Musik. Wer seinen Seelenfrieden im Aufbau eines solchen Status findet, soll ruhig zugreifen. Alle anderen lassen aber bitte die Finger davon.

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30.06.2009

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