Kingdom of Giants - Passenger

Review

Soundcheck Oktober 2020# 23

KINGDOM OF GIANTS haben für ihr viertes Album „Passenger“ wohl alles aufgesaugt, was derzeit im Metalcore/Post-Hardcore en vogue ist. Hier gibt es Härte, dort Süßholzgeraspel. Allen voran der Einsatz von Synthies, die auf harsche Djent-Gitarren und das Wechselspiel aus Shouts und Klargesang prallen, stechen heraus. Ergibt sowas ein konsistentes Album? Abwechslung ist jedenfalls garantiert.

KINGDOM OF GIANTS – zwischen Alltag und Unterhaltung

Um aber auf die Ursprungsfrage zurück zu kommen: Einen roten Faden zeigen KINGDOM OF GIANTS zwar, aber durchgehende Unterhaltung bietet „Passenger“ für keine Fraktion. Dazu sind die Kontraste teils zu scharf zwischen komplexen, fordernden Songs und der sanften Seite, die auf dem neuesten Album der Kalifornier gerne einen gewissen Pop-Appeal offenbart. So unterscheiden sich allein der brachiale Opener „Two Suns“ und das eher dahintreibend „Wayfander“ deutlich.

Aber alles kein Beinbruch, denn unterhaltsam kann auch die Wandlungsfähigkeit einer Band sein. „Passenger“ bietet aber vor allem in den harten Momenten („Two Suns“ oder „Sleeper“) Aufhorchpotenzial. Die einfache Begründung: KINGDOM OF GIANTS transportieren ihre Emotionen hier in spannungsgeladener und vor allem emotionaler Weise. Driften die Jungs in Richtung Sanftmut und Ohrwurm-Refrains ab, verlieren sie sich in Beliebigkeit. Nicht immer schlecht, doch gerade der Klargesang erfüllt zwar alle Genrestandards, ist aber nicht außergewöhnlich genug, um sich wirklich abzusetzen – und nimmt entsprechend zu viel Raum ein. Ausnahmen bestätigen die Regel und wenn beide Welten wirklich aufeinanderprallen, geht der Unterhaltungszeiger wieder nach oben – „Night Shift“ bleibt zum Beispiel hängen, „Blue Dream“, dank seiner endlich einmal richtig emotionalen Parts (selbst beim Klargesang) ebenfalls.

„Passenger“ ist kein Must-Have, aber auch kein Fehlkauf

Und um dann zum Ende zu kommen: „Passenger“ ist kein schlechtes Album, sondern schneidet in vielen Kategorien sogar richtig gut ab. Doch die Schwäche liegt ganz klar im Alltäglichen des Materials. Der Einsatz von Synthies hätte die Chance geboten, etwas mehr Experimentierfreude an den Tag zu legen, doch das richtig zündende Element im Sound der US-Amerikaner sind sie nicht. So verpufft auch deren Wirkung zu sehr und sonst bleibt eben ein ordentliches Songwritig, eine absolut solide Umsetzung und ein paar Ausschläge nach oben. Kein Must-Have, aber ebenso wenig ein Fehlkauf.

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08.11.2020

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