Losa - The Perfect Moment

Review

Um es auf den Punkt zu bringen: Los, loser, am LOSAsten. Den aus Texas stammenden Fünfer bedrückt eine gewisse Schizophrenie, versucht man doch bei der Beobachtung der Band nach dem perfekten Moment über den aus verschiedenen Fragmenten bestehenden Pfad auf „The Perfect Moment“ schlau zu werden. Man könnte geneigt sein, diesen Pfad der Erkenntnis als eine laut-leise Dynamik zu charakterisieren, doch so einfach kommt der Hörer nicht davon. Es ist viel mehr ein Anflug emotionaler Eruption, vergleichbar mit krampfhaft auftretenden, urplötzlich befreiend wirkenden Blähungen, und dem anschließend verschüchterten Rückzug in die Höhle des gekränkten Löwen. Manchen wird es gefallen, doch die meisten riechen einfach ungern den Furz des anderen, vor allem im Dunkeln.
Dabei fängt mit „The Beginning“ die Scheibe recht verheißungsvoll an. Raue Riffs und ein treibendes Schlagzeug führen den Achtminüter an und werden unterstrichen durch das allzeit anwesende Gefauche. Nach der Hälfe der Zeit taucht der Songs in verträumtere Sphären ein und wirkt zunehmend nachdenklicher, wozu auch die bedächtigen cleanen Vocals ihren Teil beitragen. Höchste Aufmerksamkeit ist geboten, um den unauffälligen Übergang zum nächsten Song nicht zu verpassen. Ohnehin schafft die Band es perfekt, Song für Song fließend ineinander überlaufen zu lassen, was beim Hörer den Eindruck hinterlässt, es befände sich nur ein Lied auf „The Perfect Moment“. Doch ändert sich der Tonus zum Ende hin: Mit „From the ashes of infancy” wird die Phase der wilden und deutlich schweren Riffgewitter eingeleitet, welche oft an der Grenze zur Verzerrtheit kratzten, doch immer wieder ihren trügerischen Frieden in stillen Momentan finden – wie so oft auf dieser Scheibe.
Den Versuch der Jungs von Losa, eine aus der breiten Reihe tanzende Metalcore Platte zu entwerfen, sollte man ihnen wirklich hoch anrechnen, doch entsteht hierbei immer die Gefahr, dass sich Musik zu einer Konstruktion und nicht zu einem Gefühl entwickelt. So z.B. merklich geschehen in „Unsuspecting Mind“. Ein Soundtrack zu deinem Albtraum, mit allen Höhen und Tiefen, doch ist der nachhaltiger Erinnerungsgrad nicht gesichert. Wer unbedingt einen Soundtrack dazu braucht, sollte mal reinhören.

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15.07.2005

Der metal.de Serviervorschlag

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