Sarcasm - Lifeforce Omnibound

Review

SARCASM sind schon irgendwie eine besondere Band. Erst passiert gefühlt jahrzehntelang bei den Schweden so gut wie nichts, und nun ein Knaller nach dem anderen. Der neueste Knaller lautet auf den Titel „Lifeforce Omnibound“.

SARCASM – ein Knaller nach dem anderen

Ursprünglich 1990 als lupenreine Death-Metal-Band im aggressiven US-Style von unter anderem Sänger Heval Bozarslan (u. a. DEATHSWARM) gegründet, der noch heute SARCASM anführt, entstanden bis 1994 insgesamt sechs Demos. 1993 folgte der Stilwechsel zu komplexerem Melodic Death / Black Metal. Mit Anders Eriksson stieß ein neuer Gitarrist dazu, der bis vor kurzem noch Teil von SARCASM war. Zwar kam ein Plattenvertrag zustande und das Debütalbum „Burial Dismensions“ wurde aufgenommen, aber aufgrund Problemen mit dem Label erst nach der Reunion 2016 veröffentlicht. Seither steht die Band aus Uppsala für melodische Kraft und düstere Atmosphäre im Geist der Neunziger.

Melodische Kraft und düstere Atmosphäre

Vier Alben folgten dem Debüt. Das letzte Studiowerk „Mourninghoul“ von 2024 bildet dabei die Spitze der bisherigen Entwicklung von SARCASM. Das sechste Album „Lifeforce Omnibound“ der schwedischen Urgesteine setzt genau da an. Erneut setzen SARCASM auf ihre starke Fusion aus skandinavischem Melodic Death Metal und Black Metal und öffnen sich gleichzeitig konsequent weiter den Einflüssen benachbarter Extrem-Metal-Spielwiesen. Energiegeladen, intensive Geschwindigkeit, bissig komplexe Riffs, packend finstere Gitarrenmelodien, präzise Soli und echte Eingängigkeit, giftig hoher Gesang geschickt miteinander kombiniert. Dazu ruhige, melancholische Parts, die für Dynamik und Spannung sorgen. Die gut strukturieren Stücke sind facettenreich und auf hohem Spielniveau.

Facettenreich und auf hohem Spielniveau

Der gnadenlos vorpreschende, vierminütige Opener „Essence Of Existence“ eröffnet den aggressiven Reigen ohne einleitendes Firlefanz. Blast Beats, intensive Gitarrenarbeit mit feinem Gespür für Soli, wütende Schreie, ein direkter Schlag. Aber SARCASM machen mehr draus, anstatt nur monoton auf Geschwindigkeit und Härte zu setzen. Die langsamere, melodischere Passage, der Übergang zu Akustikgitarren.

Das kraftvolle „Altering The Perception“ pendelt zwischen rasant und Midtempo, ist klassisch schwedisch durch und durch mit melodischen Leads, irgendwo in der Schnittmenge alter AT THE GATES und DARK TRANQUILLITY. Mit „The Reward Of Adversity“ setzen SARCASM stärker auf Eingängigkeit.

Eindringliche Riffs, eine unerwartete Bridge mit Klavier- und Violinen-Klängen und anschließendem Monolog, epische Atmosphäre. Überhaupt binden SARCASM in ihren Stücken immer wieder ein episches Finale ein. „Crumbling Mind Edifice“ beginnt zunächst langsam, dann treten die Schweden das Gaspedal durch. SARCASM Standard, nichts Besonderes.

Deutlich stärker ist das vernichtend schwarze „Plunged Into A Paradox“ – nach träumerischem Anfang herrschen harscher Black-Metal-Kreischgesang, dichte Riffs, treibende Rhythmen im Wechsel mit langsameren Passagen. Die progressiven melodischen Tremolos erinnern an „Quiescene“ der Brutal-Death-Metal-Band ANALEPSY.

„Wayward Fragments Of Infinite Divinity“ lebt von seinen Stimmungswechseln. Einige coole ungerade Taktarten und verspielte Soli, SARCASM bewegen sich hier stärker im progressiven und technischen Terrain, moderne, dissonante Riffs, dann wieder die typischen majestätischen Leads. Dichte Atmosphäre und eingängige Komplexität, ein Höhepunkt des Albums.

Das Finale besteht aus dem melodisch wie düster eingeleiteten „A Concept Older Than Time“, dem langsamsten und kürzesten Stück auf „Lifeforce Omnibound“ mit deutlichem Keyboard-Einsatz und einnehmender Atmosphäre, sowie das brutale, intensive „Empirical Life Metaphysical“ mit rasanten Blast Beats.

Verglichen mit den bisherigen Werken von SARCASM ist „Lifeforce Omnibound“ etwas komplexer, progressiver und minimal moderner ausgefallen. Ihre eigenen musikalischen Wurzeln behalten die Schweden bei, erweitern diese um kleine, feine Nuancen. „Mourninghoul“ wird nicht übertroffen, aber das Niveau gehalten.

Erneut starkes, intensives Album

„Lifeforce Omnibound“ ist ein erneut starkes, intensives Album. Nicht die Spitzenliga, aber verdammt gut!

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12.06.2026

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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