Mithotyn - In The Sign Of The Ravens

Review

Unter "Blast From The Past" erscheinen jeden Mittwoch Reviews zu Alben, die wir bislang nicht ausreichend gewürdigt haben. Hier gibt es alle bisher erschienenen Blast-From-The-Past-Reviews.

„In The Sign Of The Ravens“, das Debütalbum von MITHOTYN, wurde im April 1997 veröffentlicht. 1993 ging die Band aus CERBERUS hervor und brachte in den folgenden Jahren insgesamt vier Demos raus. Mit der letzten Demo „Promo ‘96“ kam es zum Deal mit der kleinen aber feinen und leider viel zu früh aufgegebenen Plattenfirma Invasion Records. Die Aufnahmen zum Debütalbum entstanden im Januar 1997 im Rolab Music Studio. Zu dieser Zeit bestanden MITHOTYN aus Sänger und Gitarrist Stefan Weinerhall (FALCONER), Gitarrist und Keyboarder Karl Beckmann (KING OF ASGARD), Schlagzeuger Karsten Larsson (FALCONER, DAWN, KING OF ASGARD) und Bassist Rickard Martinsson, der später auf den nachfolgenden Alben den Gesang übernehmen sollte, den weiblichen Gastgesang steuerte Annica Larsson bei.

„In The Sign Of The Ravens“ – das Debütalbum von MITHOTYN

Wie üblich, wurden viele Demosongs für das erste Album nochmals verwendet, dafür überarbeitet und neu aufgenommen. So stammen die Stücke „Upon Raging Waves“, „Where My Spirit Forever Shall Be“ und „Freezing Storms of Snow“ von der „Promo ‘96“, während „In The Forest Of Moonlight“ und „Lost In The Mist“ ursprünglich auf dem „Nidhogg“ Demo aus dem Jahr 1995 enthalten waren. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war Viking Metal zwar schon bekannt und etabliert, aber bei weitem noch nicht so angesagt wie ab Anfang der 2000er. MITHOTYN spielten auf „In The Sign Of The Ravens“ eine Mischung aus Melodic Death Metal, klassischem Heavy Metal und stimmungsvollem skandinavischem Folk, ähnlich wie EINHERJER und AMORPHIS. Allerdings schafften die Schweden bereits auf ihrem Debütalbum, ihrer Musik einen eigenen Charakter zu verleihen. Mit sehr eingängigen, majestätischen Melodien, meist getragen von den Gitarren und stets unter Verwendung geschickt eingebundener traditioneller nordischer Folk-Einflüsse, dazu die großen Chöre, erschufen MITHOTYN reihenweise Hymnen voller Pathos, die echte Ohrwürmer sind, ohne dabei irgendwie kitschig zu wirken. Die heroische Gitarrenarbeit mit prägnanten, harten Riffs und verspielten harmonischen Leads in den epischen Stücken wie dem erhabenen Opener „Upon Raging Waves“ zieht immer schnell in den Bann und zählt auch heute noch zum Besten, was der Viking Metal zu bieten hat. Hier bedienten sich auch mal Kollegen, wie beispielsweise MÅNEGARM, die sich mal kurz für „Ur Själslig Död“ die Melodien von „In The Sign Of The Ravens“ ausliehen. Das Keyboard selbst kommt glücklicherweise nicht übermäßig zum Einsatz und kopiert oft traditionelle Instrumente wie beispielsweise Flöten, noch besser wären natürlich echte Instrumente gewesen, die für mehr Lebendigkeit und Authentizität gesorgt hätten. Rasante aber stets melodische Kracher wie „Embraced By Frost“ wechseln sich mit getragenen Midtempo-Stampfern wie das Instrumental „Lost In The Mist“ ab, dazu lupenreine Folk-Songs wie „Tills Dagen Gryr“, ein Traditional auf Schwedisch.

Ein Klassiker des Viking Metals

Mit ihrem Debütalbum „In The Sign Of The Ravens“ schufen MITHOTYN einen frühen Klassiker des Viking Metals mit einem echten Feuerwerk an eingängigen Melodien und epischen Hymnen, geprägt von einer einzigartigen Atmosphäre. Dieses Album hat auch nach Jahrzehnten nichts von seinem Charme verloren.

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29.07.2020

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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4 Kommentare zu Mithotyn - In The Sign Of The Ravens

  1. BlindeGardine sagt:

    „In The Sign Of The Ravens“ ist nach „Will Of The Gods Is Great Power“ von Scald wohl einer der schönsten Albumtitel, die vermutlich episch klingen sollten aber (glücklicherweise) an den schlechten Englischkenntnissen der Musiker gescheitert sind. Und dann auf dem Cover nocht der kleinste Karnevalszug der Welt! Top!
    Doch auch wenn man es Cover und Titel nicht unbedingt ansieht, defitiv eines der besseren Viking-Metal-Alben, auch wenn mir die Nachfolgebands von Mithotyn tatsächlich besser gefallen haben.

    8/10
  2. BlindeGardine sagt:

    Nocht und defitiv sind übrigens mein Beitrag für weitere unglückliche Albumtitel…

  3. Urugschwanz sagt:

    Eine wirklich unterbewertete Band und das schon damals. Aber ich muss sagen, tatsächlich sind sie nicht ganz so gut wie im Review beschrieben. Die eine Demo die ich besitze war um längen besser als das Album. Das lag sicherlich daran, dass ich auf roheren Sound stehe. Leider wurde die Band zu früh aufgegeben aber das ist ja oft der Fall. Und zum Cover ist noch zu bemerken, eines der besten Cover die Invasion je gemacht hat. Denn wer die anderen Releases kennt, der weiß was ich meine 😀

    7/10
  4. motley_gue sagt:

    Oh, mein, Gott.
    Zack – sofort hab ich Gates of Ishtar vor meinem geistigen Auge…