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Morbid Slaughter - A Filty Orgy Of Horror And Death

Review

MORBID SLAUGHTER aus Peru katapultieren sich mit „A Filty Orgy Of Horror And Death“ direkt in die Sparte in der Sparte. Selbst für Hartgesottene dürfte der ‚Gesang‘ von Envenom, man könnte es auch ein röchelndes letztes Aufbegehren nennen, erstmal irritieren. Dass die Klangfarbe stark an die Synchronstimmen vom Kleinen Arschloch und Bart Simpson erinnern, sorgt nicht gerade für mehr Seriösität. Um „Ay Caramba!“ drehen sich die verkrustenen Black’n’Punk-Songs mit Thrash-Schlagseite aber auch nicht, die runtergerissenen und teils mantrischen Riffs dienen eher als Untermalung von blutrünstigen und alles verfluchenden Texten.

Das Schöne an MORBID SLAUGHTER ist, dass sie so klingen, als ob sie noch im Kerker angekettet sind und sich dort, in der verruchten, ewigen Dunkelheit, auch ganz wohl fühlen. „A Filty Orgy Of Horror And Death“ krabbelt dem Hörer schraurig den Rücken herunter und man gewinnt den Eindruck, dass Envenom, Ripping Corpse (SEXORCIST) und Necrophiliac Sodomizer (EVIL SPECTRUM) sich direkt im heimischen Wohnzimmer in Rage spielen, so intim rumpeln die fiesen Geschichten aus den Boxen. Von Virtuosität spürt man auf „A Filty Orgy Of Horror And Death“ zwar nichts, was aber nicht bedeutet, dass das triste Trio nicht fit an den Instrumenten wäre, besonders die Soli sind überraschend gut. Die sieben (sechs wären jetzt irgendwie konsequenter gewesen …) Lieder vermitteln einen ansteckenden Drive und das mordlustige Dreigespann spielt durchaus akzentuiert. MORBID SLAUGHTER liefern bildhafte Kompositionen, die eben zu dem passen, was der jeweilige Songtitel verspricht. „Zombie Splatter Axe“ klingt also konsequenterweise träge und trotzdem beängstigend, während „Chainsaw Blade“ deutlicher flotter und pogofreudiger geraten ist und die Becken sozusagen den Kettensägen-Sound liefern. „Death’s Cold Blood“ lässt einem den roten Lebenssaft in den Adern gefrieren und rollt gekonnt einen Brocken Doom auf – auf „A Filty Orgy Of Horror And Death“ passiert nichts zufällig, und die Kerls haben sich definitiv etwas dabei gedacht.

Besonders spaßig wird die Angelegenheit, wenn MORBID SLAUGHTER die (schwarzen, wohlgemerkt!) Partyhütchen aufsetzen und mit Songs wie „Fuck Off, We Murder“ die Stimmung ankurbeln. Feinster Schweinerock, begleitet von euphorischen Gangshouts, lässt Gedanken an KVELERTAK aufkommen – wobei Envenom zum Ende des viel zu kurzen Songs wohl arg aus der Puste geraten ist. Die sieben Tracks zerstäuben hier und da sogar einen Hauch Dark Wave – KRIEG lassen streckenweise grüßen, wobei MORBID SLAUGHTER das Genre offensichtlich überzeichnen und gar nicht wirklich experimentell sind. Das Kreative an „A Filty Orgy Of Horror And Death“ ist eigentlich der Mut, den bunten Schmuck gleich ganz wegzulassen und sich auf das Wesentliche zu beschränken. Wenn Platten wie „A Filty Orgy Of Horror And Death“ von MORBID SLAUGHTER bei metal.de keine Empfehlung wert sind, welche dann? Zu wahr, um schön zu sein.

26.08.2015

Der metal.de Serviervorschlag

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1 Kommentar zu Morbid Slaughter - A Filty Orgy Of Horror And Death

  1. Scumfuck Outlaw sagt:

    „Fuck Off, We Murder“ soll spaßig sein und ist zu kurz? Du weisst schon, dass das ein GG-Allin-Cover ist? Und der meinte das bierernst…

    „I hate you, I wanna kill you one by one
    Worthless human flesh that I kill
    I’m the untamed animal“