Mustasch - In The Night - Live In Gothenburg

Review

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Spätestens seit ihrer Tour mit DIE APOKALYPTISCHEN REITER sind die schwedischen MUSTASCH in Deutschland kein unbeschriebenes Blatt mehr.
Innerhalb der eigenen Landesgrenzen zementierten die Rocker ihren Status als erfolgreichste Hardrock Band des Elchstaats sogar mit dem Gewinn eines Grammys.
Ihr hoher Beliebtheitsgrad lässt sich auch an der Begeisterung, mit dem das Publikum die Show in Göteborg feiert, ablesen.
Der Konzertmitschnitt fängt das Live-Gefühl sehr schön ein, was nicht zuletzt der dynamischen, teilweise auch hektischen Kameraführung geschuldet ist.

Bedauerlicherweise hat so ein Konzert gegenüber einer Studioaufnahme jedoch nicht nur Vorteile, und so gehören zum authentischen Feeling von „In the night“ auch die negativen Seiten, insbesondere in Form des allseits beliebten Mix.
So ist über die komplette Laufzeit der Gesang von Frontmann Ralf Gyllenhammar zwar gut und ehrlich, leider aber auch ordentlich zu laut. Auch die Soli leiden ein wenig unter dem Gesamtsound, denn wenn die Gitarristen sodenn in höheren Lagen arbeiten, verliert das Klangbild im Vergleich mit dem eigentlich satten und angemessen vollen Sound der Band an Druck.

Was die Präsenz der Musiker betrifft gibt es an dieser Stelle nichts zu meckern. Die Band zeigt sich zwar nicht übermäßig agil, aber überaus spielfreudig. Insbesondere die Wechselwirkung zwischen dem wirklich tollen Publikum und einem sehr zufrieden wirkenden Sänger lässt sich gut anhand der kleinen Pausenspielchen nachvollziehen, mit denen zwischen den Songs für Unterhaltung gesorgt wird.
Besonders schön in diesem Zusammenhang ist, wie beim balladesken „I Lied“ der Saal abgedunkelt wird und die gerührte Meute ihre Handy-Displays (!) gen Himmel reckt.
Ansonsten ist das Licht weniger spektakulär, die Bühne ist hauptsächlich blau ausgeleuchtet und bietet wenig Variation oder Bewegung. Lediglich am Stroboskop scheint der Lichttechniker eine besondere Freude zu haben, sehr zum Leidwesen des Zuschauers, denn diesem geht er damit gelegentlich ein wenig auf den Keks.

Die Songauswahl offenbart einen fundierten Einblick in den Katalog der Band, lässt aber das letzte Album „Latest Version of the Truth“ etwas kürzer kommen als man vielleicht erwarten könnte. Im Prinzip ist die Tracklist aber solide, lässt keine Langeweile aufkommen und wird zum Schluss bei „Double Nature“ vom textfesten Publikum sogar sangesstark zum Höhepunkt der Show gekrönt. Danach lässt sich die Band noch pflichtbewusst mit einer Flasche Whisky in der Hand feiern – was Fans an vollgeschwitzten Handtüchern zu begeistern vermag, bleibt jedoch nach wie vor ungeklärt.
Zurück bleibt das Gefühl von einem Konzert, an dem alle Anwesenden sichtlich mächtig Spaß gehabt haben und von dem niemand, auch nicht der etwas passivere Zuschauer auf dem heimischen Sofa, unbefriedigt zurückgelassen wird.

Was für so eine Göteborger Nacht so alles nötig ist, zeigt uns in einer knappen Viertelstunde ein DVD-Extra in Form eines Zusammenschnitts von Backstagematerial. Im Wesentlichen bedeutet das, wir gucken Roadies und Technikern zu, wie sie Sachen aufbauen, und der Band selbst beim Rauchen.
Das klingt überhaupt nicht spannend und ist es leider auch nicht. Das restliche Bonusmaterial besteht aus einem Trailer und dem Video zur Single „Double Nature“ – alles in allem ganz nett, aber als Ergänzung zum nur einstündigen Konzert doch ziemlich dürftig.
Insgesamt ist diese Veröffentlichung zwar okay und auch mit Sicherheit unterhaltsam, wenn man auf den Sound von MUSTASCH steht, aber Dank dem sehr schmalen Zusatzmaterial wird hier das Genre der Musik-DVD alles andere als neu erfunden.

30.12.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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