Mustasch
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Interview

Die schwedische Schnurrbart-Combo MUSTASCH rund um Ober-Oberlippenbartträger Ralf Gyllenhammar meldet sich zu Beginn des neuen Jahres eindrucksvoll und selbstbewusst mit selbstbetiteltem Album zurück. Was sonst eigentlich nur Debütalben vorbehalten ist, soll für die Schweden eine neue Ära einleiten. Nicht unbedingt eine bartlose, aber zumindest eine erfolgreiche. Mit neuem Label im Rücken machen sich MUSTASCH nun also auf, um den Rest von Europa zu erobern! Drummer Danne McKenzie sprach mit mir über das neue Album, skurrile Auftritte und eine betrunkene Namensfindung, die es bis heute in sich hat. Um nicht zu viel zu verraten, überlasse ich euch nun meinen und Danne’s Worten…

Mustasch

Hi Danne! MUSTASCH are back! Wie fühlt es sich an?

Hi Mathias! Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber ich fühle mich großartig. Vergangenes Wochenende habe ich die anderen Jungs das letzte Mal bei unserer gemeinsamen Weihnachtsparty getroffen. Damals ist es allen gut gegangen, obwohl ich glaube, dass es am Tag danach sicher anders ausgesehen hat [lacht]! Außerdem sind wir total glücklich mit unserem neuen Album und dem Vertrag mit Nuclear Blast. Unsere erfolgreiche Tour durch Schweden hat uns dann noch zusätzliche Freude verschafft!

Bleiben wir gleich beim Thema: Euer neues Album erscheint zu Beginn des neuen Jahres und ist minimalistisch selbst betitelt. Können wir uns das als eine Rückkehr zum Ursprung vorstellen oder als einen Neubeginn für MUSTASCH?

Eigentlich ist der wirkliche Grund ein einfacher: Wir konnten uns auf keinen passenden Namen einigen. Außerdem dachten wir, dass die Selbstbetitelung passt, da die Band ja nun zwei neue Mitglieder hat, zu denen auch ich zähle. Es ist quasi eine neue Ära für MUSTASCH.

Das Material auf „Mustasch“ klingt meiner Meinung nach härter als die Songs auf dem letzten Album. War es eure Absicht, geradlinigere Songs zu machen? Der symphonische Charakter ist nämlich offensichtlich reduziert worden.

Nein, ich glaube, das war keine Absicht in dem Sinne. Es ist einfach so passiert. Mit zwei neuen Bandmitgliedern entsteht automatisch ein etwas differenzierter Sound. David ist ein härterer Gitarrist als Hannes es war und auch meine Drums klingen aggressiver als die von Mats zuvor.

Wenn du gerade von verändertem Sound sprichst, möchte ich dich fragen, wie wir uns das Songwriting bei MUSTASCH vorzustellen haben?

Na ja, so wie ich es gesagt bekommen habe, hat Ralf früher alle Songs geschrieben. Er ist auch heute noch der Hauptverantwortliche, aber auch David steuert immer wieder seine eigenen Riffs bei. Die Arrangements machen wir dann zusammen während der Proben oder im Studio. Die Texte stammen trotz allem immer noch von Ralf allein.

Das Album ist in eurer Heimat Schweden schon länger erhältlich. Wie sehen die bisherigen Reaktionen aus?

Großteils sehr gut!

Das klingt schon einmal vielversprechend. Das Soundspektrum eurer Musik ist sehr vielfältig. Von härteren Songs bis zu softeren Rock-Einlagen. Weitreichende musikalische Einflüsse scheinen da nicht weit entfernt zu sein…

Ja, da hast du Recht! Ralf ist ein großer Fan der BEATLES und ABBA. Andere Einflüsse sind sicherlich BLACK SABBATH, QUEEN und die gesamte alte Schule des Heavy Metal. Außerdem will Ralf, dass ein Song nicht länger als 3:30 Minuten sein soll und der Refrain innerhalb von 30 Sekunden einsetzt! Das ist so sein Credo!

Den Wechsel der Band zu Nuclear Blast hast du bereits zu Beginn unseres Gesprächs angerissen. Was versprecht ihr euch davon?

Nuclear Blast ist eines der größten Labels in Europa und haben viele der erfolgreichsten Metal-Bands unter Vertrag. Es ist unser Ziel in ganz Europa mit unserer Musik punkten zu können und wenn wir das mit Nuclear Blast nicht schaffen, dann weiß ich auch nicht mehr weiter?!

Wie würdest du die Musik auf „Mustasch“ in einem Satz beschreiben?

HeavyMetalHardRock!

Das ist zwar nur ein Wort, aber ich bin damit einfach einmal zufrieden! Kommen wir noch einmal auf euer Label zurück. Im Promo-Zettel eures Albums steht, dass sich (übersetztes Zitat) „die Band auf Ralf Gyllenhammar als Boss der Band geeinigt hat“. Wie dürfen wir diesen Beisatz verstehen?

Da fragst du mich gerade zu viel [lacht]! Ich würde sagen, man kann „Boss“ mit „Bandleader“ gleichsetzen und das ist er im Endeffekt ja auch! Ralf trifft alle wichtigen Entscheidungen, aber nie ohne uns in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen.

Wo werden wir auch in nächster Zeit live auf die Finger schauen können?

Wir haben gerade eine Tour durch Schweden und Finnland hinter uns und nehmen uns nun ein paar Wochen frei. Nur ein Gig hat sich eingeschlichen und zwar haben wir am 28. Dezember in Göteborg gespielt. Dort fand nämlich ein Outdoor-Hockeymatch zwischen zwei schwedischen Teams statt. Wir haben ein paar Songs gespielt und Ralf hat vor knapp 32.000 Leuten die Nationalhymne geträllert! Ein Outdoor-Auftritt mitten im Winter, das ist schon was [lacht]! Am 28. Jänner geht es dann in Kopenhagen wieder los.

Hast du einen Lieblingstitel auf „Mustasch“?

Ja, mein Favorit ist „The Man, The Myth, The Wreck“. Ich finde, dass es ein sehr guter Song mit einem starken Refrain und tollen Riffs ist. Ich mag den Gesang von Ralf und natürlich spielt sich der Song einfach nur genial!

Kannst du mir etwas über euren Bandnamen „Schnurrbart“ verraten? Gibt es da einen tieferen Sinn?

Ich war ja damals noch nicht in der Band, aber die Jungs haben mir erzählt, dass sie gerade auf einer Party waren, Bier getrunken und alte Alben angehört haben. Als sie am nächsten Tag mit einem brutalen Kater aufgewacht sind, hat irgendjemand auf die am Boden liegenden Platten geguckt und bemerkt, dass alle Typen auf den Covers Schnurrbärte trugen. Du weißt schon, von QUEEN bis CAPTAIN BEYOND usw. Als dann einer sagte, ob man die Band nicht einfach MUSTASCH nennen könnte, war das Ganze schon perfekt! Das ist zwar eine witzige Geschichte, aber die Leute erinnern sich an diesen abgefahrenen Namen und vergessen ihn nicht so schnell wieder! Vergangenen Sommer habe ich Chris Adler von LAMB OF GOD getroffen. Er ist ein großer Fan unserer Musik. Ich habe ihn damals gefragt, wie er überhaupt auf uns gekommen ist. Er hat mir erzählt, dass er irgendwo ein Poster mit unserem Logo und Namen gesehen hat und gleich total neugierig war, um was es sich dabei handelt. Dieser Name funktioniert, das kann ich dir sagen!

Das kommende Jahr ist nur noch ein paar Stunden entfernt. Was erwartest du dir von den nächsten 365 Tagen?

Ich hoffe, dass es ein aufregendes Jahr wird, in dem wir quer durch Europa touren können!

Zum Abschluss ein paar Worte an eure Fans…

Kommt so schnell wie möglich zu einem unserer Konzerte, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt! Ihr werdet es nicht bereuen! Vielen Dank und liebe Grüße an alle da draußen!

Danke dir und alles Gute!

Ebenfalls, danke!

Galerie mit 16 Bildern: Mustasch - Summer Breeze Open Air 2019
31.12.2009

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