Mustasch - Silent Killer

Review

Galerie mit 26 Bildern: Mustasch - Rockharz Open Air 2013

MUSTASCH, die hard und hart rockenden Schweden, sind wieder im gewohnten 2-3-Jahrestakt zurück. Dieses Mal kurz, knackig, eingängig. Und mit den teilweise wohl härtesten Riffs in ihrer Karriere, wobei die Melodie nicht vergessen wird. Somit ist dieser „Killer“ nicht wirklich „Silent“.

Die Waage zwischen Dicke-Hose-Riffs und stadiontauglichen Mitsing-Refrains – MUSTASCH liefern auf „Silent Killer“ ohne viele Schnörkel ab

Schon ausgekoppelte Singles wie „Winners“, aber auch „Lawbreaker“ in Teilen ließen es vermuten: an Thrash angelehnte Riffs, kurze Doublebass Ausbrüche, kein Song der die 4-Minuten Marke auf „Silent Killer“ überfliegt. Auch im Interview ließ Fronter Ralf Gyllenhammar verlauten, dass er keinen Bock mehr auf Piano-Samples, Strings und Synthies hat, die man teilweise bei den vorigen Alben recht häufig antreffen konnte. Das macht „Silent Killer“ zu einer durchaus knackigen Angelegenheit mit knapp über einer halben Stunde Spielzeit. Auch wenn das in der Vergangenheit nicht großartig anders war: Auf der neuen Scheibe schaffen es MUSTASCH (mal wieder), dicke Riffs mit Stadion-Rock dienlichen, großen Refrains zu verknüpfen.
Nur kurz wird der Fuß vom Gaspedal genommen, wie etwa in „Fire“ (mit Gangshouts UND Unterstützung von Hank von TURBONEGRO!) oder dem Titeltrack. Mal wird auch in betont lässigere und groovigere Richtung wie in „The Answer“ oder „Grave Digger“ geschielt. Auch feine Melodien, teilweise sogar zweistimmige Leads, wie man sie aus klassischem Heavy-Metal gewohnt ist, haben sich dazu gesellt (u.a.“Liberty“). Ralf Gyllenhammar hat auch ein wenig an der Stimme gefeilt: Neben der markanten, kernigen Stimme streift er auch teilweise den Bereich höherer Regionen. Es ist also durchaus Mikroevolution vorhanden im Sound, der aber von außen gar nicht so auffällt. Die (erfolgreiche) Rezeptur aus eingängigen, treibenden Songs bleibt bei MUSTASCH weitgehend bestehen.

Eine gewisse Kalkulation und Beliebigkeit, die gar nicht so zur Rock’n’Roll-Attitüde passt, plagt MUSTASCH auf „Silent Killer“  ein wenig

Leider lässt sich aber ein wenig auch Beliebigkeit blicken, da das Album beinahe wie am Reißbrett konzipiert wirkt: Hier einen schnellen Opener, da mal ein Midtempo Song, fehlt eigentlich fast nur noch die Power-Halbballade. Rausschmeißer „Burn“ geht mit Radio-tauglichem Refrain fast noch am ehesten in die Richtung. So wirkt die Platte trotz den vermeintlich härtesten Riffs in der Karriere seltsam zahnlos und uninspiriert stellenweise. Problematisch ist auch in meinen Augen die Nähe mancher Riffs zu anderen Bands, die man so oder so ähnlich schon mal gehört hat („Lawbreaker“ hat ein Riff, dass frappierend an „Benzin“ von RAMMSTEIN erinnert, bei anderen Songs, die in die etwas thrashigere Richtung gehen, könnte ich schwören, das so schon mal bei MEGADETH gehört zu haben). Das ist natürlich gerade in dieser Art Musik kein Novum, dass Gehörtes nicht gerade mit einer Revolution um die Ecke kommt. Trotzdem hinterlässt es einen etwas bitteren Nachgeschmack. Das heißt nicht, dass MUSTASCH keinen Spaß machen, aber die Nachhaltigkeit ist somit leider kaum gegeben. Mag vielleicht auch einfach am Genre liegen beziehungsweise der Sparte Musik, die MUSTASCH bedienen, für das ich mich zugegebenermaßen nicht so wahnsinnig erwärmen kann. Mit zusammengekniffenen Augen sind es noch 7 Punkte durch einen gewissen Sympathie-Bonus den die Jungs haben. Hört in die Singles rein, bildet euch selbst eine Meinung und entscheidet, ob euch der „Silent Killer“ packen kann.

31.03.2018

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