Nåstrond - Muspellz Synir

Review

Ich weiß gar nicht warum, aber NÅSTROND waren schon immer die großen Unbekannten innerhalb meines „Black-Metal-Universums“. Zwar fiel mir die Band schon Mitte der 90er auf, als sie ihre Alben “Toteslaut“ und “Age of Fire“ bei Napalm veröffentlichten, aber manchmal setzt man sich eine Band immer wieder auf die Einkaufsliste und vergisst dann doch, sich näher mit ihr zu beschäftigen. Vielleicht auch nicht zuletzt weil die Schweden nach ihren beiden Alben ein wenig von der Bildfläche verschwanden. Es gab zwar noch eine Best-Of aber, dann war aber erstmal Funkstille angesagt. Bis im Jahre 2004 “Celebration Of The Four“ und 2005 die Split EP mit NOCTERNITY erschien. Weitere drei Jahre später liegt nun “Muspellz Synir“ vor und mein Vorhaben, mich mit der Band zu beschäftigen, wird nach knapp zwölf Jahren nun doch noch in die Tat umgesetzt!

Rückblickend betrachtet muss ich mich dann schon ein wenig ärgern, denn zumindest das Material, das NÅSTROND mit ihrem neuen Werk abliefern, zeugt von hoher musikalischer Qualität. Bereits nach wenigen Sekunden zeigt sich, dass die Gruppe nicht erst seit gestern existiert, denn durch alle Songs schwingt der Geist des Früheren, der alten Tage. Nach dem ersten Hördurchgang wird deutlich, dass das vierte Album des Duos sehr sperrig und schwer zugänglich ist, denn immer wenn man glaubt, die Band musikalisch eingefangen zu haben, dann bricht sie wütend aus, einem Tier in der Falle gleich und überflutet das Ohr mit akustischem Chaos.

Geduld ist also von Nöten und wenn man diese mitbringt, dann entwickelt sich aus “Muspellz Synir“ ein Album, das fast rituellen Charakter hat. “Defiance Of Transient“ fesselt mich mit seinem hypnotischen Riffing vor die Boxen, man vergisst die Dinge um einen herum und wähnt sich in einer anderen Welt. Dazu sind auch gar keine technischen Spirenzchen notwendig, denn Karl NE und Arganas verstehen es mit simplen Mitteln große Wirkung zu erzielen, ein Effekt, den viele Bands versuchen, aber die wenigsten erreichen. Es genügt ein gutes Riff und ein monotoner Drumbeat und schon befindet man sich im Banne NÅSTRONDS.

“Defiance Of Transient“ bildet allerdings keineswegs die positive Ausnahme auf dem vierten Streich der Männer, denn nach und nach entwickelt sich fast jeder Song zu einer packenden Nummer, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise. Das schleppende “Dark Fyres“ schlägt in die Kerbe von “Defiance Of Transient“ , das schnelle “Eldrök“ steht dazu wiederum im kompletten Gegensatz, statt hypnotischer Monotonie gibt es hier chaotische Soli, hallenden Gesang und prügelnde Drums, dazu werden beschwörende Zwischenspiele wie „Agios“ geboten. Im Endeffekt gibt es aber trotz der stilistischen Unterschiede einen gemeinsamen Nenner, der jeden Song des Albums prägt: die absolut dunkle, fast ritualistische Atmosphäre.

Es fällt mir zumindest sehr schwer, mich von dem Album loszureissen, denn immer wieder zieht es mich an die Anlage und bindet mich an sich. Die Pause zwischen den Album war also durchaus gut, denn, wie schon so oft festgestellt, ein gutes Album schreibt sich in den seltensten Fällen innerhalb eines Jahres. Hat man den Anspruch, dass das Werk auch Langzeitwirkung haben soll, dann braucht alles seine Zeit, bis auch das kleinste Detail sitzt und jede einzelne Note den Hörer erreicht. NÅSTROND ist all dies gelungen und “Muspellz Synir“ ist ein Werk, das jedem, der sich auf rituellen Black Metal einlassen kann und möchte, eine Menge bietet!

06.03.2008

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