Nefarium - Praesidium

Review

Richtig bitter ist, wenn man ein Album aufnimmt und es zwei, drei Jahre rumliegt, bevor es jemand veröffentlicht. Besonders wenn es sich um ein Album wie „Praesidium“ handelt, das zwar einen saudämlichen Titel trägt, aber musikalisch ein ziemlicher Killer ist. Für die Band muss es eine Zerreißprobe gewesen sein, mit dieser Aufnahme in der Hinterhand zwei Jahre lang bei Labels hausieren zu gehen. Dass sie keiner wollte liegt vermutlich daran, dass SETHERIAL nur aus Schweden kommen dürfen und nicht aus Italien. Wenn man sich die Platte mal anhört wird relativ schnell klar, dass NEFARIUM trotz ihrer südländischen Herkunft die altgedienten nordischen Kollegen relativ mühelos in den Sack stecken. Die Riffs sind auf eine ganz bestimmte Art kühl, allerdings nicht norwegisch-frostig, sondern sphärisch und emotional unterkühlt und typisch aus verhallter, technischer Lead- und einfacherer Rhythmusgitarre zusammengebaut. Traditionelle Atmosphäre wie bei alten EMPEROR oder dergleichen kommt zwar nicht auf, dafür aber eine sehr ruppige, rasende Black-Metal-Stimmung, die viel für sich hat.
Dreh- und Angelpunkt der Truppe allerdings ist ein Mann, der sich Summum Algor nennt und sich als der so ziemlich beste Drummer entpuppt hat, den ich in diesem Jahr gehört habe. Ein derart infernalisches Geprügel und so schnelle Doublebass hört man wirklich nicht an jeder Ecke, nicht mal bei getriggertem Schlagzeug. Der Kerl ist eine verdammte Kampfsau an seinem Kit, was den ohnehin schon gut gemachten Stücken noch eine Extraportion Drive gibt. Das gilt im Grunde auch für den sehr grimmigen und geschmeidig sich einfügenden Gesang – charaktervolle Sänger werden übrigens auch immer seltener, falls Ihr das noch nicht bemerkt habt.
Die Produktion ist zwar modern, aber ungemein stimmungs- und druckvoll und lässt jeder Zutat genug Raum sich zu entfalten. Abgesehen von dem etwas zu computerisierten Layout und den kreuzdämlichen Schockertexten ala BELPHEGOR („Cumshot on the holy cunt“… die haben Fantasien…), die zudem noch in grauenhaftem Englisch geschrieben sind, gibt es an der Platte absolut nichts auszusetzen. Selbst die Spielzeit von nur einer guten halben Stunde geht in Ordnung, mehr kann man von dem Gehacke auch kaum überstehen, zumindest nicht am Stück. Glückwunsch an NEFARIUM zu einem Paukenschlag von einem Debüt.

07.04.2006

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