Organic - Where Graves Abound

Review

Soundcheck Oktober 2021# 15

Mit „Where Graves Abound” veröffentlichen die schwedischen Old School Death Metaller ORGANIC… Moment, gerade nochmal nachgeschlagen: Die Band kommt tatsächlich aus Südtirol, klingt aber wie die Schnittmenge der großen Stockholmer Vier. Death Metal schwedischer Prägung haben sich die fünf Musiker aus Bruneck auf ihre Fahnen geschrieben und ihrem zweiten Album auch einen amtlich krachenden Sound verpasst: Da ist das HM2-Effektpedal bis zum Anschlag aufgedreht, die Saiten tiefergestimmt, das Schlagzeug trümmert im Stakkato den Boden frei. Einzig der Gesang von Maxi Careri entzieht sich der genannten Kategorisierung, klingt er doch eher manisch gebellt als aus dem tiefsten Höllenschlund kommend.

ORGANIC kreieren einen stimmigen Sound

Der Sound stimmt also, aber entscheidend sind dann doch die Songs. Und da zeigt sich nach dem ganz ordentlichen Eingangsstandard „Ropedragger“, dass auf „Where Graves Abound“ noch sehr viel Luft nach oben ist. Wenn man sich als Hörer beispielsweise bei „Waste Monolith“ dabei ertappt, wie man gelangweilt die Riffs mitsummt, dann kann von Originalität keine Rede sein. Das hat man so schon hundertmal gehört. Es ist ja nicht so, dass diese Spielart gestern erst erfunden wurde.

Und das wird im Laufe des Albums leider nicht besser. Technisch ist das schon recht solide eingespielt, aber die Songs reißen wirklich nicht vom Hocker. Hier mal ein gezupftes Intro („Where Graves Abound”), da mal mächtige Akkorde, die in Gitarrensqueals auslaufen, ansonsten passiert aber nicht viel Aufregendes – und das ist über die Dauer von knapp 40 Minuten ziemlich ermüdend.

„Where Graves Abound” ist ermüdend

ORGANIC schaffen es nicht, sich von den allgegenwärtigen Vorbildern zu lösen, wollen es aber anscheinend auch nicht. Unterm Strich mangelt es „Where Graves Abound” weitgehend an Ambition, am Willen, etwas Eigenes zu machen. Wer als Death-Metal-Novize mal ein Beispiel für den typischen HM2-Sound hören möchte: bitte. Alle anderen dürfen sich weiterhin an die zahlreichen Klassiker des Genres halten.

17.10.2021

- Dreaming in Red -

Der metal.de Serviervorschlag

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