Paragon Belial - F.M.M.S.

Review

Naturgemäß lassen die Mönchengladbacher von PARAGON BELIAL nur alle Jubeljahre etwas von sich hören, doch über die Zeit lieferte das Trio stets nicht die zwingenden Gründe, dem in irgendeiner Form nachzutrauern. „Nosferathu Sathanis“ aus dem Jahr 2008 war eine blank geputzte Hommage an die frühen Neunziger aus dem hohen Norden ohne erkennbaren Wiedererkennungswert. Mit Rhabbazz am Schlagzeug und Thyrannoizer an der Gitarre hat sich seit etwa zehn Jahren ein wenig am Sound der Band geändert.

Mehr Krieg

Mittlerweile blicken PARAGON BELIAL gerne noch ein paar weitere Lenze zurück und rühren in der bestialischen Ursuppe des Black Metal zwischen HELLHAMMER, SARCOFAGO und BLASPHEMY – also stets an der Grenze zum War Metal. Hat man sich an den dumpfen Sound mit dem mörderisch grollenden Schlagwerk gewöhnt, erscheint diese Stilanpassung auf dem neuen Album „F.M.M.S.“ mutig, aber folgerichtig. Die Geschichte um die Exkremente von Mutter Maria, um die es offenbar natürlich nur im übertragenden Sinne geht, hätte man ruhig ausschreiben können, sonst ist man sich schließlich auch keiner noch so plumpen Lyrics zu schade.

Jedenfalls ist „F.M.M.S.“ bereits seit Ende letzten Jahres auf Vinyl erscheinen. Stilecht zum bollernden Gesamtbild wäre wahrscheinlich die Tape-Version gewesen, aber seis drum. Das feine Knistern ist in ruhigeren Momenten noch zu hören und passt ebenso gut ins Gesamtbild wie das wahnsinnige Gekeife von Andras, sowie der stets präsente höllische Hall. Am Besten kommt das zum Tragen, wenn PARAGON BELIAL das Tempo drosseln und mit der nach giftigen Dämpfen miefenden Dampfwalze fast schon morastig klingen („Under The Sign Of Satan“, „Endless Blasphemy“).

Manchmal fehlt der Nachdruck

Das sorgt zwar dafür, dass „F.M.M.S.“ ein deutlich interessanteres Werk als etwa „Nosferathu Sathanis“ geworden ist, aber für die großen, wirkungsvollen Kompositionen sind die Nordrhein-Westfalen immer noch nicht gemacht. Einige Songs wie etwa der Titeltrack, der direkte Nachfolger oder „Arise Of Satans Glory“ schlachten sich rückstandsfrei durch jeden Klosterorden, doch so richtig viel Nachdruck wollen PARAGON BELIAL nicht immer hinterlassen.

27.04.2026

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