Pelican - Nighttime Stories

Review

Sechs Jahre mussten Fans auf einen neuen Langspieler aus dem Hause PELICAN warten. Die EP „The Cliff„, aus dem Jahre 2015, nicht mehr als Zwischenfutter für Freunde der instrumentalen Post-Metal-Band. Mit „Nighttime Stories“ reiht sich wieder Riff an Riff, bis die Gitarrenwände meterhoch wachsen.

Das neue Album nimmt den Zuhörer mit auf eine Reise durch die Nacht, beleuchtet die unendlichen Möglichkeiten, sie zu erleben und zu verbringen. Dieser Pfad durch die Dunkelheit beginnt mit der wunderbar auf das Album einstimmenden Akustik-Ballade „WST“, erdacht von Gitarrist Dallas Thomas, eingespielt auf der Gitarre seines verstorbenen Vaters. Dies ist aber nicht der einzige Verlust, dem auf „Nighttime Stories“ gedacht wird.

„Nighttime Stories“ – Von Verlust und Dunkelheit

PELICAN waren personell schon immer eng verwoben mit der Post-Metal-Band TUSK, deren Kopf Jody Minnoch im Jahr 2014 unerwartet verstarb. „Nighttime Stories“ enthält einige seiner Kompositionen, die eigentlich für TUSK gedacht waren. Dementsprechend finden sich einige Dissonanzen auf dem Album, die man, ebenso wie manch verschachtelte Songstruktur, eher TUSK als PELICAN zugeordnet hätte.

So ist zum Beispiel der zweite Track „Midnight and Mescaline“ ein zwar ausgefeilter, aber trotzdem gradliniger Song mit viel Groove, während „Abyssal Plain“ deutlich sperriger ist und sich erst langsam harmonische Melodien aus ihm herausschälen. Die saubere Produktion sorgt dafür, dass in dem rein instrumentalen Post-Metal kein Detail verloren geht.

PELICAN wagen Experimente – lohnt es sich?

Auf „Nighttime Stories“ finden sich tonnenschwere Heavyness, dichte Klangwelten und einige Noise-Splitter. Der immer praktische Stoner-Sludge-Leim, mit dem PELICAN ihre Kompositionen seit jeher zusammenhalten, bleibt verlässlich, fügt die einzelnen Teile aber nicht immer passgerecht ineinander.

Denn der Mut zum Experimentieren wird auf „Nighttime Stories“ nicht immer belohnt. Der Einstieg mit den bereits erwähnten Songs „WST“ und „Midnight And Mescaline“ macht noch Lust auf mehr. Doch so richtig zufriedenstellend erfüllen sich die Erwartungen nicht. Zumindest nicht bis „Full Moon, Black Water“ erklingt. Der Rausschmeißer zeigt, was PELICAN zu leisten vermögen und wie emotional auch gesangsfreie Musik den Zuhörer fesseln kann. Dies beweisen auch Bands wie LONG DISTANCE CALLING oder THE OCEAN, deren Alben aber etwas runder wirken als „Nighttime Stories“. Nichtsdestotrotz demonstrieren PELICAN ganz eigene Qualitäten, weswegen Fans ohne Bedenken zugreifen können und es niemandem schaden dürfte, einmal in die Reise durch die Nacht reinzuhören.

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01.06.2019

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