Prisoner Of War - Rot

Review

Wir schreiben das Jahr 1989. MORBID ANGEL haben gerade ihren ersten Meilenstein „Altars Of Madness“ veröffentlicht und damit die Death-Metal-Welt gleich mal gewaltig verändert. Und auch in Deutschland tut sich zu der damaligen Zeit etwas, denn MORGOTH veröffentlichen im gleichen Jahr ihre Debüt-EP „Resurrection Absurd“ – mit einem nachhaltigen Einfluss auf die deutsche Szene. Kurze Zeit später prügeln die beiden Kapellen gemeinsam eine EP namens „Rot“ ein. Moment mal, ging die Geschichte damals wirklich so? Gab es ein solches Projekt überhaupt? Wieso erfährt man erst jetzt von diesem verschollenen Kleinod? Natürlich gab es diese Kollaboration (leider) nie, aber was PRISONER OF WAR hier abliefern, klingt so, als hätten diese beiden Bands damals tatsächlich etwas gemeinsam auf die Beine gestellt. Doch die Neuseeländer sind glücklicherweise weit davon entfernt, ein bloßes Plagiat der genannten Vorbilder zu sein. Die Jungs lassen auf ihrem Erstling auch immer wieder eigene gute Ideen mit einfließen. Das Ganze wird dann noch mit etwas alten PESTILENCE und einer Prise AUTOPSY abgeschmeckt, und fertig ist die Laube.

Der ganz große Wurf ist „Rot“ zwar nicht geworden, aber dennoch schon mal ein ordentliches Pfund in der Waagschale. Und das ist immerhin eine ganze Menge mehr, als die meisten anderen für ihr Debüt verbuchen können. PRISONER OF WAR kommen nicht immer voll auf den berühmten Punkt, dafür sind sie jedoch mit jeder Menge Charme und Enthusiasmus unterwegs – genau wie ihre offensichtlichen Vorbilder damals Ende der 80er-Jahre. Am besten erklären lässt sich das mit dem abschließenden Titelsong. In „Rot“ zeigt sich das Sammelsurium der Einflüsse am deutlichsten: Technik und Komplexität von MORBID ANGEL und MORGOTH gemischt mit deren songschreiberischen Qualitäten, dazu noch ein Schuss simple Death-Metal-Brutalität à la frühe PESTILENCE. Mehr braucht es für einen richtig guten Todesblei-Batzen eigentlich nicht. Und auch stimmlich orientiert man sich klar an den Herren Vincent, Grewe und van Drunen. Alles nichts neues, aber alles richtig gut. Und nur das zählt. Punkt. PRISONER OF WAR sollte man definitiv auf dem Schirm behalten. Hoffentlich behält der Promo-Zettel recht: „The march has just started …“. Und wenn die Neuseeländer dann noch eine Schippe drauflegen können, steht uns ein richtig geiles Album ins Haus!

12.05.2016

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