Psychomantum / Nachtmahr - Minas / Morgul

Review

15 Jahre soll es schon her sein, dass ich mit „Minas Morgul“ einen ganzen Sommer verbracht habe? Zugegeben, seitdem ist eine ganze Menge passiert, also kann es wohl hinkommen. Ein solches Jubiläum muss man natürlich zünftig feiern, haben SUMMONING damals doch etwas völlig Einzigartiges erschaffen, das zwar viele Bewunderer gefunden hat, auf dessen Spuren sich im Laufe der Zeit aber nur wenige Bands gewagt haben.

In den letzten Jahren hat sich aus dieser kleinen Gruppe besonders das Heidelberger Projekt PSYCHOMANTUM hervorgetan, und so ist es im Prinzip keine große Überraschung, dass uns Sargath dieser Tage mit seinem persönlichen Tribut an die Legende aus Österreich beglückt. Für dieses Unterfangen hat er sich mit (den einzig richtigen) NACHTMAHR zusammengetan, die manch einem vielleicht noch von der Split mit GEWEIH (R.I.P.) ein Begriff sind. Herausgekommen ist ein Zehnzöller, auf dem beide Truppen je ein Stück von „Minas Morgul“ zum Besten geben, jeweils eingedeutscht und sich auch musikalisch nicht auf eine reine Kopie beschränkend.

NACHTMAHR haben sich „The Passing Of The Grey Company“ gewidmet, welches hier auf „Der Ritt der grauen Schar“ getauft wurde. Nun haben SUMMONING natürlich so großartige Musik fabriziert, dass es selbst schlechten Bands schwerfallen dürfte, diese komplett zu ruinieren. Dennoch möchte ich NACHTMAHR bescheinigen, hier ganz ordentliche Arbeit abzuliefern. Man hat dem Stück ein eigenes Intro verpasst, insgesamt ist die klangliche Ausrichtung ein ganzes Stück rüpeliger als beim Original, es gibt ein richtiges Schlagzeug statt des charakteristischen synthetischen Bombasts – ganz sanft wurde das Lied in den Rahmen von NACHTMAHR befördert, so dass die Klasse der Komposition erhalten bleibt, die Band von dieser aber nicht völlig begraben wird. Nicht schlecht.

Bei PSYCHOMANTUM wurden etwas größere Brötchen gebacken und „The Legend Of The Master-Ring“ einer ordentlichen Generalüberholung unterzogen. Um fast zwei Minuten hat Sargath das Stück aufgebohrt und sich auch sonst die eine oder andere Freiheit genommen. Man merkt deutlich, dass er sich in der SUMMONING-Nische musikalisch sehr zuhause fühlt und sowohl das Talent als auch das Selbstbewusstsein besitzt, Elemente wie etwa Akustikgitarren hinzuzufügen, an die man beim Original nicht unbedingt gewohnt ist. Dem Resultat hört man zwar immer noch an, dass es ursprünglich aus der Feder von S.&P. stammt, die PSYCHOMANTUM-Behandlung ist aber vielmehr als ein schlichtes Cover. Ich würde fast so weit gehen wollen, „Die Legende des Meisterrings“ als eine sorgfältigere Ausarbeitung der ursprünglichen Idee zu bezeichnen.

„Minas / Morgul“ ist liebevoll gestaltet, von SUMMONING sowie Napalm Records autorisiert und für Freunde von sowohl PSYCHOMANTUM als auch des Originals eigentlich ein Pflichtkauf.

15.10.2010

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