Raging Speedhorn - How The Great Have Fallen

Review

RAGING SPEEDHORN führen ihre musikalische Eigensinnigkeit mit dem dritten Album „How The Great Have Fallen“ konsequent fort. Es gibt superfette Riffs, einen allgemein bratenden Sound (dazu später noch mehr) und viel Geschreie aus zwei großen Mäulern. Zwar ist die Scheibe nicht mehr so stark, bzw. offensichtlich im Hardcore verwurzelt wie das selbst betitelte Debüt (2000) und mitunter auch der Nachfolger „We Will Be Dead Tomorrow“ (2002), aber der Durchschlagsfaktor ist dadurch trotzdem nur geringfügig vermindert.

Hin und wieder meint man, Ideen und Fragmente wahrzunehmen, die dem Stoner Rock entnommen wurden, was RAGING SPEEDHORN einerseits ganz gut zu Gesicht steht, andererseits allerdings stellenweise eher eine Art Rock-Feeling versprüht. Nur der nach wie vor extreme (aber saugeile) Doppelgesang besitzt noch diesen unbändigen Hardcore-Charme, der ungefähr besagt: Maul halten, sonst gibt’s was auf die Fresse, Alter!

Ob man nun RAGING SPEEDHORN mag oder nicht ist egal, aber man kann ihnen nicht absprechen, sich um Eigenständigkeit zu bemühen. Sie gehen ihren Weg und sie machen ihre Sache dabei gut. Auch wenn „How The Great Have Fallen“ in meinen Augen im direkten Vergleich qualitativ zum vorigen Album und besonders dem Debüt etwas abfällt, besitzt es trotzdem noch Kraft und Power, die ausreicht, um zu überzeugen.

Auch im Sound sind Neuerungen zu erkennen. Zwar hauen die Gitarren nach wie vor fette Riffs raus, aber sie klingen etwas gemächlicher und ähneln von der Aussteuerung her stark dem Wüstenrockgenre. Ebenfalls das Schlagzeug tönt natürlicher und nicht mehr ganz so vollmundig, wie es früher der Fall war. Dadurch hat das Album in Sachen Power und Brachialität gegenüber den Vorgängern leider ganz klar das Nachsehen. Zwar ist „How The Great Have Fallen“ trotzdem ein nettes bis gutes Album geworden, jedoch wird die Keule nicht mehr so brutal und nicht mehr so kompromisslos hart geschwungen wie zuvor.

Anzumerken ist auf jeden Fall noch, dass die Songs mittlerweile nicht mehr ganz so erdrückend schwer sind, was ich persönlich auf dem Debüt so sehr mochte. Auch wenn der Vorgänger „We Will Be Dead Tomorrow“ den Wandel hin zu ein wenig flotteren Songs (in diesem Falle Midtempo) bereits abzeichnete, gehen RAGING SPEEDHORN mit „How The Great Have Fallen“ noch einen Schritt weiter. Die geniale Zähflüssigkeit ist weitestgehend dahin und es regieren eher Groover und teilweise schon eingängige Parts. Wirklich zünden tut das Material auch nicht durchgehend, was schon regelrecht schade ist, denn diese Band pflegt einen sehr guten Stil, aus dem sich viel herausholen lässt. Auf jeden Fall machen die Briten das, was sie wollen und das ist auch gut so. Wenn zukünftig die Qualität noch stimmt, klappt es auch wieder mit den Noten…

Somit ist „How The Great Have Fallen“ keineswegs als Pflichtkauf zu bezeichnen und wirklich kennen muss man es auch nicht (das Debüt z.B. sollte man wenigstens einmal gehört haben). Mal schauen, was die Burschen das nächste Mal fabrizieren…

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25.08.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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