Raise Hell - Wicked Is My Game

Review

Vor genau vier Jahren erschien ein Album namens „Holy Target“ mit vier blutverschmierten Jünglingen auf dem Backcover, die vielerorts als hoffnungsvollster Anwärter auf den durch Jon Nödtveidts Gefängnisaufenthalt frei gewordenen Thron von DISSECTION gehandelt wurden. Doch schon zwei Jahre später brachen RAISE HELL auf ihrem Zweitwerk „Not Dead Yet“ mit diesem Stil und widmeten sich fortan räudig-rotzigem Thrash Metal mit einem gehörigen old-school-Touch. Natürlich standen sofort die Kritiker mit Worten wie „Trendhopping“ oder ähnlichem auf dem Plan. Keiner nahm RAISE HELL richtig ernst und ich frage mich bis heute warum. Waren es die infantilen Party-Sauf-Texte? Wenn ja, dann möchte ich auf den Festivals im nächsten Jahr kein besoffenes F***ÖÖÖHN-Gegröhle mehr hören. War es das noch junge Alter der Band? Wenn ja, dann verreißt bitte auch DECAPITATED oder andere gleichen Alters. Fakt war jedoch, dass deren Mucke rockte wie die Sau. Doch dafür interessierte sich kaum jemand. Hoffentlich ändert sich das mit dem in Kürze erscheinenden, dritten Album „Wicked Is My Game“, denn Drummer Dennis Ekdahl und seine Kollegen haben es geschafft, den auf dem Vorgänger eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu beschreiten und ihn währenddessen noch an allen Ecken und Enden zu verfeinern. Der Sound, für den sich übrigens u.a. IN FLAMES-Vokalakrobat Anders Friden verantwortlich zeichnet, drückt extremst heftig aus den Boxen, ohne jedoch glattgebügelt zu wirken. Ganz im Gegenteil, die Gitarren klingen um ein Vielfaches dreckiger und härter als noch auf dem Vorgänger, genauso wie Jonas Nilson es geschafft hat, seinen Gesang noch einen Tick extremer ausfallen zu lassen. Beim ersten Reinhören mag „Wicked Is My Game“ etwas unspektakulär wirken. Dies ist jedoch kein Grund, diesen Silberling wieder frustriert zurück ins Regal zu stellen, denn hierbei handelt es sich um eine CD mit typischen Grower-Qualitäten. Nach und nach finden zwischen den brutalen Thrashriffs und den mörderischen Grooves auch die feinen Melodien ihren Weg in die hintersten Windungen des Gehirns, wo sie einschlagen wie ein fetter Tritt in den Allerwertesten. Wer bei Riffgewittern wie „Nightwatcher“, dem brachialen „Destiny Deceiver“ oder dem Plattenhighlight „Another Side“ nicht automatisch zu bangen anfängt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Das ist feinster Thrash Metal mit dreckig-punkiger Rock & Roll-Attitüde. Leute, nehmt diese Band endlich ernst (und lasst deswegen bei eurer Betrachtung bitte das missratene Cover außen vor)! RAISE HELL haben es verdient.

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27.09.2002

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3 Kommentare zu Raise Hell - Wicked Is My Game

  1. Anonymous sagt:

    Eine gute Mischung aus Megadeth/Slayer/Metallica Anleihen und nordischen Einflüssen. Im Kontext zu ihren anderen beiden Veröffentlichungen vielleicht etwas uneigenständig und orientierungslos. Braucht ein paar mehr Durchläufe als "Not Dead Yet".

    8/10
  2. vera sagt:

    ja, braucht mehr durchläufe als not dead yet. knallt dann aber wie sau!

    10/10
  3. shilrak sagt:

    …kann ich irgendwie nicht wirklich nachvollziehen. technisch schön, aber nicht catchy genug. die songs bleiben irgendwie nicht hängen, selbst nach mehreren durchläufen nicht… hmmm

    6/10