Raw Edge - Zeitfresser

Review

In Thüringen steppt der Bär. Oder zumindest die Metalszene. Ohne mich auf irgendwelche Statistiken oder sontige Fakten zu berufen, würde ich mal vermuten, dass kein ostdeutsches Bundesland so viele Härtnercombos beherbergt wie Thüringen. Und auch wenn stilistisch alles dabei ist, was in irgendeiner Weise mit Metal in Verbindung zu bringen ist, existiert offensichtlich eine florierende Metalcore-Szene, zu der man RAW EDGE der Einfachheit halber durchaus zählen darf. 2001 gegründet veröffentlichte man bislang mitunter zwei Demos, eine Split mit NEVER DIE ALONE und eine 7-Song-CD mit Plattenfirma im Background. Die für Bands im Demostadium üblichen Besetzungswechsel hat man auch erfolgreich hinter sich gebracht und so veröffentlichten RAW EDGE nun wiederum eine eigenproduzierte Scheibe, die den netten Titel „Zeitfresser“ trägt und längentechnisch gerade so als Full-Length durchgeht.

Schon klar, mit Metalcore lockt man mittlerweile kaum einen mehr aus seiner Hütte, aber RAW EDGE machen halt einfach Spaß, dass muss man ihnen lassen. Auf dem 8-Song-Album reiht sich ein gnadenloses Aggrobrett ans andere, der Energielevel wird stetig hochgehalten und ordentliche Songs schreiben die Jungs auch noch. Das Beste an RAW EDGE ist zweifellos der leichte Prollo-Touch. Nicht nur, dass die Scheibe insgesamt sehr räudig und dreckig tönt, auch der Gesang klingt in den „cleaneren“ Passagen sehr nach durchzechter Kneipennacht, während es andererseits auch noch derber und gutturaler geht, was dann wiederum einen leichten Death-Metal-Einschlag aufweist. Die Truppe arbeitet zwar auch mit Breakdowns (bereits der Opener „End Time Scenario“ kommt recht massiv daher), vor allem aber regieren hier moshige, aggressive, extrem brachiale Abdrehsongs, zu denen man herrlich die Sau rauslassen kann. Dazu gesellen sich wunderbare Groove-Momente wie in „Kill For Deliverance“ oder dem saugeilen „Road To Netherworld“ (gibts bei myspace in Komplettversion) sowie einige recht rock’n’rollige Killerriffs.

Logischerweise erfinden RAW EDGE das Rad nicht neu, aber sie ziehen ihr Ding konsequent durch und das auf mächtig unterhaltsamem Niveau. Zwei Songs sind übrigens auf Deutsch, so originell darfs dann doch sein. Angeblich soll „Zeitfresser“ lediglich im LP-Format und in einer limitierten Auflage von 150 Stück erscheinen. Bei Interesse checkt die myspace-Seite der Band und zieht euch in jedem Fall das Material dort rein.

08.12.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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