Sacred Reich - Awakening

Review

Soundcheck August 2019# 14 Galerie mit 13 Bildern: Sacred Reich - Live im Z7 / Pratteln 2019

Mittlerweile dürfte es jeder mitbekommen haben. Die Arizona Thrasher um den sympathischen Frontmann Phil Rind, SACRED REICH, sind zurück. Auf „Awakening“ dürften nicht wenige Fans gewartet haben, war doch das letzte Lebenszeichen der Amis vor der Auflösung eher durchschnittlich und hatte mit den Knallern der Frühphase nichts mehr gemein. Von daher dürfte die brennende Frage der Fangemeinde lauten: haben es die amerikanischen Thrasher noch drauf, beziehungsweise können sie an alte Großtaten anknüpfen?

Die ganz einfache Antwort lautet: ja, können sie! Gebettet in einen trockenen Sound fegen die acht Stücke wie aus einem Guss über den Hörer hinweg. Angefangen mit dem flotten Titeltrack, der alle alten Trademarks von SACRED REICH in sich vereint, bis hin zum sehr melodischen Rausschmeißer „Something To Believe“. Es passt hier wirklich alles. Neben flotten Stücken wie dem titelgebenden Opener, der schön knackig aus den Boxen kommt, dem folgenden „Divide And Conquer“ oder „Manifest Reality“ stehen groovige Hymnen wie „Death Valley“ oder das schon erwähnte Albumhighlight „Something To Believe“. Daneben stehen Songs die sich auch auf den ersten Alben der Band gut gemacht hätten. Es ist diese Mischung aus allen Facetten des SACRED REICH-Sounds, die „Awakening“ so verlockend macht. Dazu kommt eine trockene Produktion, die die Songs noch einmal unterstreicht.

Auffällig ist hier, dass SACRED REICH nicht den Versuch unternehmen, den Fan zwanghaft ins Jahr 1987 oder 1990 zurück zu führen, sondern ihrem Sound doch einige neue Facetten zuordnen. So kommen in einigen Stücken beispielweise dezente Anleihen an die 70er zum Vorschein. Aber auch von der Melodieführung hat sich ein wenig was getan im Hause SACRED REICH. Phil scheint den Alternative Rock für sich entdeckt zu haben. Zumindest könnte man die Melodieführung von „Salvation“ (hier kommen auch die 70ies Reminiszenzen deutlich zum Tragen) und besonders „Death Valley“ in die frühen Neunziger verorten. Das klingt jetzt erst einmal shocking, passt bei SACRED REICH aber durchaus ins Bild, da die Band ja schon immer über den Tellerrand hinaus geschaut hat.

Was bleibt noch zu sagen? 37 Minuten sind nicht die Welt, zugegeben. Aber wer braucht eine CD mit 70 Minuten Spielzeit, wenn die Hälfte der Tracks Mist ist? Eben. Niemand. Die beiden neuen Joey Radziwill (git) und Dave McClain (dr) machen ihre Sache mehr als gut und fügen sich perfekt ins Bild der Band ein. Unter dem Strich bleibt also ein starkes Album, das Fans unbedingt anchecken sollten. „Awakening“ hätte seinen Platz direkt nach „The American Way“ einnehmen sollen.

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01.09.2019

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Sacred Reich auf Tour

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10.12.19metal.de präsentiertSacred Reich - Awakening Tour 2019Sacred ReichColos-Saal, Aschaffenburg
11.12.19metal.de präsentiertSacred Reich - Awakening Tour 2019Sacred ReichDer Hirsch, Nürnberg
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6 Kommentare zu Sacred Reich - Awakening

  1. andreas666 sagt:

    Kann ich nur zustimmen. Macht richtig Laune, sich das Album anzuhören. Nicht zu kurz, nicht zu lang, grad richtig. Unverkrampft und gut gelaunt, man kam fast den Proberaum fühlen! Und jetzt erst mal die alten Alben aus dem Schrank suchen… 😊

    8/10
  2. Wild_Healer sagt:

    Hatte nicht erwartet, dass das Album so abwechselungsreich wird. Schöne Scheibe geworden!

  3. ClutchNixon sagt:

    Geil! Nach zwei Dekaden releasen und mal eben das Niveau von ‚Heal‘ halten. Respekt meine Herren ☝️
    Und nun noch Exhorder und Demolition Hammer mit neuen Alben in absehbarer Zeit. Weiß zufällig jemand, ob Coroner langsam mal ferdich sind?

  4. Sane sagt:

    Bin ich eigentlich der einzige der Sacred Reich für überbewertet hält?
    Die sind schon cool aber irgendwie leben die schon hart von ihrem Kultstatus finde ich..
    Hab das neue Album aber auch noch nicht gehört..
    Die Exhorder erscheint am 20.9. 😀
    Und das Demolition Hammer was aufnehmen hatte ich gar nicht mitbekommen,freu mich aber jetzt.. 🙂

  5. ian_tank sagt:

    Für das überausgelutschte Genre zugegebenermaßen eine überdurchschnittliche Veröffentlichung, die abwechslungsreicher daherkommt als so manches Thrashalbum dieser Tage. Fragt sich trotzdem: Wer braucht ein überdurchschnittliches Album? In Sachen herkömmlichen Thrashs ist seit Scornage’s „ReaFEARance“ alles gesagt.

    7/10
    1. ClutchNixon sagt:

      Wie meinen? Also ich brauche überdurchschnittliche Alben.