Sanctus Infernum - Sanctus Infernum

Review

Steht das russische Label Solitude Productions eher für den gehobenen Death/Doom Metal, gibt es in dem Lager eine kleine Überraschung mit der amerikanischen Neuentdeckung SANCTUS INFERNUM. Musikalisch sind sie eher im klassischen Death Metal verwurzelt, obwohl auch hier und da im dauerpräsenten Midtempo der ein- oder andere Hauch von traditionellen Doom-Riffs aufgefahren wird. Das allerdings gleich als „Blackened Death Doom Metal“ anzukündigen, ist ein wenig weit hergeholt. Von den Einflüssen ist kaum was zu erkennen. Aber fangen wir mal von vorne an:

Wenn man bedenkt, dass Mark Anderson damals noch bei den Epic Metal-Erfindern MANILLA ROAD den Viersaiter geshreddelt hat, kommt der Wechsel zum Old School Death Metal doch etwas unerwartet. Gepflegt aber ohne große „Aha“-Momente bolzt sich das Quartett durch ihr Debüt. Vergleiche zu dem TIAMAT-Klassiker „Clouds“, die seitens vom Label kommen, kann ich zwar nicht nachempfinden, dafür kann man beim Gesang Parallelen zu David Vincent von MORBID ANGEL und musikalische Ähnlichkeit zu ENTOMBED oder BLOODBATH nicht leugnen. Obwohl alle Musiker keine puren Anfänger sind, schaffen sie es aber leider nicht, die Spannung aufrechtzuerhalten.

Die Songstrukturen und die Heavy-Riffs genießen kaum Variationen und so verstricken sich SANCTUS INFERNUM selber in ihren Plänen, kopieren sich selbst, plätschern vor sich hin und scheitern bei dem Versuch, die Aufmerksamkeit auf Dauer an sich zu binden. Einzelne Besonderheiten gibt es höchstens bei „The Journey Back“ mit einem melodischen, akustischen Gitarrenpart zu verzeichnen oder dem doomigen Grundtenor bei“Waking The Dead“, das war es aber auch. Nach mehrmaligen Hördurchgängen kann kein Song so wirklich überzeugen, aber gerade mit dem Schlusslicht „Let It Be So“ gibt es doch noch die eine knackige Death-Walze mit dreckigen technischen Riffs und pumpenden Drums um die Ohren geballert. Abgesehen von einem Killersolo, wurde auch hier nicht mit der nötigen Sorgfalt und Abwechslung gearbeitet. Dennoch hat es „Let It Be So“ als Schlusslicht ziemlich in sich. Letztendlich kann aber dieser gute Abschluss nicht über die vorangegangenen Mängel hinwegtäuschen. Somit bleibt nur ein solides, durchschnittliches Death Metal-Schnittchen nach 08/15-Old School Death-Rezept auf dem Buffet zurück, anstatt das Süppchen mit der persönlichen Eigennote zu würzen.

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29.09.2008

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