Schelmish - Persona Non Grata

Review

Geschlagene sechs Jahre nach „Igni Gena“ haben SCHELMISH aus Bonn mit „Persona Non Grata“ wieder ein Mittelalteralbum aufgenommen. Natürlich waren die Spielleute in der Zwischenzeit nicht untätig, sondern haben z.B. mit „Wir werden sehen“ und „Die hässlichen Kinder“ starke Rockalben auf den Markt katapultiert. Doch es schien, als ob die Musiker sich mal wieder zu ihren Wurzeln begeben mussten, und so ist mit „Persona Non Grata“ auch ein Album entstanden, welches von vorne bis hinten den Drang aufkommen lässt, ordentlich das Becken kreisen zu lassen und das Tanzbein zu schwingen.

Natürlich ist es, bei der mittlerweile zur richtigen Masse von Mittelalterbands, zunehmend schwierig, Musik zu kreieren, die man nicht schon mal woanders gehört hat. Und bei den Text- und Musikpassagen aus den vergangenen Zeiten, kommen sich die Bands gerne mal in die Quere. SCHELMISH gehören dabei sicherlich zu den Gruppen, die nach wie vor Musik machen, wie ihnen die Nase gewachsen ist. Und allen Unkenrufen zum Trotz geht diese Band unbeirrt ihren musikalischen Weg.

Dies kommt auch auf dem neuen Album wieder arg zum Vorschein, denn auch hier steckt zu 100 Prozent SCHELMISH drin. Die 15 Stücke brauchen sich vor den Songs der mächtigen Vorgänger nicht zu verstecken. Im Gegenteil, denn schon der tranceartige Opener „Illuminatio“ entführt den Hörer in eine andere Welt voller Burgen und Schlösser, und leitet die Geschichte des Spielmanns Paeniteo, dem Protagonisten des Albums, ein. Und diese Geschichte wird von Liedern getragen, die jedem Fan von mittelalterlichen Klängen sofort in die Beine gehen werden. Zwar haben SCHEMLISH, wie schon auf vergangenen Veröffentlichungen dieser Art, wieder an manchen Stellen die Unterstützung elektronischer Hilfsmittel hinzugenommen, allerdings gibt das der Musik teilweise noch einen extra Kick.

Und so geben sich großartige Nummern wie das eben genannte „Illuminatio“, „Non De Falsis Argumentis“, das orientalisch klingende „Vasilis, Tanz der Völker“, „Via Sacra“, „Luna Pernocte“ oder der Titeltrack „Persona Non Grata“ die Klinke in die Hand. Besonders beim letztgenannten Stück strömt der Gesang schön in den Vordergrund. Unterstützt wird Sänger Dextro hierbei noch von Maite Itoiz, welche dem monumentalen Stück durch ihre schöne Stimme noch die gewisse Würze gibt. Auch die grazilen Celloeinlagen, welche sich auf dem kompletten Album wieder finden, sollen an dieser Stelle positiv hervorgehoben werden. Selbige wurden übrigens von Gastmusiker B.Deutung (u.a. INCHTABOKATABLES) eingebracht.

„Persona Non Grata“ ist ein hochwertiges, gut produziertes und ausgesprochen facettenreiches Album geworden, mit dem die Spielleute von SCHELMISH ohne Probleme hausieren gehen können. Natürlich werden an dieser Stelle lediglich die Fans von mittelalterlichen Klängen bedient, Rock- und Metalfans müssen somit auf die nächste harte Langrille der Combo warten.

09.06.2010

Der metal.de Serviervorschlag

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