



SERVANT waren schon in der Vergangenheit mit lateinischen und okkulten Song- und Albumtiteln gut beraten. Nun veröffentlichen sie ihr neues Album „Lux Ex Inferis“, auf dem es wie gewohnt viel zu entdecken gibt. Allein das Cover-Artwork mit den siamesischen Zwillengeln mit Ouroboros-Heiligenscheinen ist ein Suchbild für sich. Wir starten das Album und steigen gemeinsam mit SERVANT hinab ins Licht aus der Unterwelt.
SERVANT im steten Wandel
Mit dem Album-Opener „In Noctem“, der fast ätherisch und überirdisch ist, agieren SERVANT ganz im Sinne des großen Verführers und lassen Hörer:innen daran zweifeln, ob sie nicht vielleicht doch im Himmel gelandet sind. Doch das hält nicht lange an, auf „Tabula Rasa“ nehmen die Black Metaller die Masken ab und führen die Melodie aus dem Opener mit so viel Kraft und Aggression fort, dass kein Zweifel daran offenbleibt, welche höhere Macht hier die Krallen im Spiel hat.
SERVANT lehnen sich auf „Lux Ex Inferis“ noch mehr als auf ihren Vorgängern, die teilweise schon damit geliebäugelt haben, in Richtung Bombast. Mit symphonischen Elementen bei Songs wie „Glorification“ erinnern sie mitunter fast an die frühen DIMMU BORGIR. Dadurch wird die rohe Gewalt der Vocals gekonnt kontrastiert und unterstrichen, ohne dass „Lux Ex Inferis“ an Durchschlagkraft einbüßt.
Dazu tragen auch die Gastmusiker bei, die SERVANT für ihren neuen Langspieler gewinnen konnten und die ihre ganz eigene Geschmacksrichtung an Hass und Aggression mitbringen. Vor allem der Beitrag von Lethian von NORNÍR auf „De Profundis“ tut sein Übriges dazu, die Waage für „Lux Ex Inferis“ eindeutig in Richtung Unterwelt ausschlagen zu lassen und fügt sich passend in die Albumdramaturgie ein.
„Lux Ex Inferis“ verführt und begeistert
SERVANT streifen wieder einmal ihre alte Haut ab und treten etwas neuer, strahlender und symphonischer aus ihrer alten Hülle hervor, sind aber immer noch unverkennbar sie selbst. Wer weiß, ob die Black Metaller für diesen konstanten Strom der Inspiration ihre Seele verkauft haben oder ob sie die Art der Unterstützung gar nicht nötig haben. Mit „Lux Ex Inferis“ mögen SERVANT ihre alte Haut abgestreift haben, ihren Biss haben sie aber nicht verloren.

Louisa Esch































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