Slave Zero - Disambiguated Visionary

Review

Wo stehen wir in 1000-5000 Jahren? Welche Systeme muss der Mensch besiedeln, um seine Ressourcenausbeutung auf der Erde ausgleichen zu können? Wie muss er sich anpassen, um in einer gänzlich anderen Umwelt überleben zu können? Interessante Fragen, denen sich SLAVE ZERO auf ihrer aktuellen EP “Disambiguated Visionary“ stellen. Hach, was liebe ich es in meinen Erwartungen getäuscht zu werden! Naja, manchmal. An dieser Stelle waren meine Prognosen relativ eindeutig. Vielleicht ein wenig bis moderat vertrackter Death Metal mit entsprechenden Texten und realitätsfremde Atmosphäre, repräsentativ für das Denken in Lichtjahren und anderen fast schon unwirklich wirkenden Größen. Tja, musikalisch könnte man sich kaum mehr täuschen.

Tatsächlich praktizieren die aus Kilkenny, der weltbekannten Bierstadt, stammenden Iren Death Metal, der sich allerdings weder durch seine technisch besonders anspruchsvolle noch durch seinen großen Ideenreichtum charakterisiert. SLAVE ZERO stochern zu ähnlichen Prozentanteilen ein wenig in wütendem Donner-Death-Metal wie in hektischen Grindcore-Passagen herum. Dabei erscheinen insbesondere die heiseren eher aus letzterem Stil stammenden Vocals, die sich mit tiefen Growls abwechseln, reichlich dilettantisch und machen jede potenziell aufkeimende Atmosphäre direkt kaputt. Ohnehin ist “Disambiguated Visionary“ zu keiner Zeit mit thematischen Experten wie WORMED oder MONOLITHE zu vergleichen, die auch atmosphärisch einen Draht zur unendlichen Galaxis finden.

Erst im letzten Song “Anthropic Landscape Theory“ geht der Vierer erstmals offensiv auf mögliche Stilmittel zur gefühlstechnischen Gestaltung ein und siehe da, die sphärische Keyboard-Läufe machen durchaus etwas her und unterstreichen die thematische Intention der Platte. Dennoch ändert dieses Feeling nichts daran, dass das Metal-Hauptwerk bestenfalls durchschnittliche Magerkost darstellt, der es an Substanz und durchdachten Kompositionen fehlt. Chaotisches Wut-Gehäcksel ist schließlich an dieser Stelle vollkommen fehl am Platze und führt nicht zu einem ausgereiften Endergebnis. Die unvollkommenen Tracks können leider nicht mit dem anspruchsvollen Inhalt und den guten konzeptionellen Ideen mithalten.

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07.11.2013

Der metal.de Serviervorschlag

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