Sober Truth - Laissez Faire, Lucifer!

Review

Galerie mit 10 Bildern: Sober Truth - Rock For Animal Rights 2021

Schon lange sind SOBER TRUTH aus Siegburg im Underground unterwegs. Um Mastermind Torsten Schramm tummeln sich drei junge Musiker, welche sich gemeinsam darin üben, die üblichen Genre-Mauern zu durchbrechen. Das neueste Werk nennt sich „Laissez Faire, Lucifer!“ (Lass es sein, Luzifer) und ist der fünfte Longplayer in 14 Jahren Banddasein.

“Laissez Faire, Lucifer!” bewegt sich zwischen Genres

Nach einem kurzen instrumentalen Intro eröffnet „Distinctive” thrashig, aber auch sehr dunkel mit einem ordentlichen Härtegrad die Scheibe und erinnert in Teilen an Gothic Metal mit einem Schuss Progressivität und gutturalem sowie verzerrtem Gesang. „Dizygotic Twins” wechselt die Sprache von Englisch auf Deutsch, etwas dunkel ausgestaltete Neue Deutsche Härte in Verbindung mit einem ordentlichen Groove ergänzen den bisherigen Stilmix. „Imperfection” legt an Härtegrad und Stilmix noch eine Spur zu und die Nummer kommt etwas chaotisch rüber.

Nach dem Interlude „Entre Les Chansons”  folgt „DNA“. Rasende Gitarren und keifender Gesang fehlten beim bisherigen Mix und werden in „DNA“ integriert. Dem Refrain geht die Spannung etwas verloren und im weiteren Verlauf wird das Tempo heruntergenommen, sodass der Track gegenüber den ersten drei Nummern etwas abfällt. „Planted Brains” übernimmt anfänglich die rasenden Gitarren, wird ansonsten rockiger und progressiver, ohne den Härtegrad zu vernachlässigen. „Rebirth” verbindet die rockige Attitüde mit geballerten Thrash und gutturalem Gesang, liefert aber immer wieder auch zugängliche Passagen, sodass der Hörer nicht untergeht.

Die Geschichte wird thrashig, groovig mit „Hope, Enjoy & Death“ weitererzählt und der Hörerschaft wird der schnellste und gradlinigster Track auf “Laissez Faire, Lucifer!” präsentiert. Ein Interlude bildet die Brücke zu „Limbus“, welcher Dark Metal, mal getragen doomig und mal mit Tempo, liefert. Der Schlusspunkt nennt sich „Taste Unplugged” und ist eine akustische Neuauflage des Tracks „Taste“ vom Album „Outta Hell“ aus dem Jahre 2011.

SOBER TRUTH liefern schwere Kost

“Laissez Faire, Lucifer!” ist ein gut produziertes Machwerk, welches im bekannten Stil der Band jegliche Genregrenzen ignoriert. Spätestens mit „Imperfection” wird es an einigen Stellen unrund und nicht leicht zu konsumieren. „DNA“ wirft noch weitere Stilelemente ins Geschehen und wirkt etwas überladen. Das eher progressive „Planted Brains” und „Rebirth” sind das Gegenstück. Hier schaffen es SOBER TRUTH die Tracks ausufernd aber ebenso zugänglich zu gestalten. Das akustische „Taste Unplugged” passt überhaupt nicht zum restlichen Geschehen von “Laissez Faire, Lucifer!” und ist deplatziert. Hier wäre weniger mehr gewesen. Insgesamt liefert das Quartett ein nicht einfach zu konsumierendes, aber interessantes Langeisen zwischen Gothic-, Dark-, Death-, Thrash-, Progressiv- und Groove Metal mit gutturalen Gesangspassagen und Ausflügen in Richtung Neuer Deutscher Härte. Menschen, welche offen für verschiedene Genres sind und einen ordentlichen Härtegrad bevorzugen, sollten die LP antesten.

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20.09.2021

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos

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