Stabbing - Eon Of Obscenity

Review

Soundcheck Januar 2026# 21

Nach ihrem überraschenden Underground-Debüt „Extirpated Mortal Process” legen STABBING nach. Im Bandumfeld hat sich einiges getan: Besetzungswechsel, exzessives Touren, Live Session-Vocals bei SUFFOCATION und ein neuer Deal mit Century Media. „Eon Of Obscenety” zeigt die Band am Limit des Extrem-Brutal-Death-Metal und lotet auch die Grenzen dazu aus. Einerseits gibt es weiterhin markerschütternde Kost, andererseits haben sich die Prioritäten deutlich verschoben: Eine klare Abgrenzung zu stampfenden DEVOURMENT-Slam-Einschüben und extremen Frickelparts ist deutlich erkennbar. Letztere wirken mitunter so verkopft, dass es schwerfällt, den einzelnen Songs zu folgen.

Der nächste Schritt – es geht noch brutaler als auf dem Debüt.

Bei aller Kritik wirkt „Eon Of Obscenity” in seiner Kompromisslosigkeit eisern, bietet keinen Raum zum Durchatmen und fordert ausnahmslos. Auch wenn es hin und wieder sehr groovig zur Sache geht (wie bei „Nauseating Composition”), dominiert technisches Gefräse, das zweifellos an die Größen der Brutal-Death-Metal-Szene erinnert.
Ob und wie innovativ diese Art von Musik sein kann, ist Ansichtssache. STABBING sind ohne Frage hart am Limit und besitzen genügend Wiedererkennungswert, wenngleich es diesbezüglich beim Debüt der Band noch etwas nachvollziehbarer zur Sache ging. Wer Bands wie DEEDS OF FLESH über die Jahre verfolgt hat, kennt das Gefühl, gnadenlos an die Wand gefahren zu werden, und weiß, dass man einen gewissen Zeitraum braucht, um sich mit Unbarmherzigkeit und schnöder Brachialität anzufreunden.

Brutal Death Metal am Limit – STABBING

Auch STABBING machen da keine Kompromisse: Es gibt keine melodischen Kniffe, lediglich die Passagen im Midtempo-Bereich stampfen etwas seichter, ehe es wieder in die Vollen geht. Das Album ist ein Koloss der Urgewalt und übersteigt in dieser Hinsicht sogar „Extirpated Mortal Process”. Wer auf der Suche nach neuen Extremen ist, darf hier gern zugreifen, denn neben SANGUISUGABOGG sind STABBING das Brutalste, was Century Media derzeit auf dem Roster haben.

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16.02.2026

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1 Kommentar zu Stabbing - Eon Of Obscenity

  1. destrukt. sagt:

    Gefällt mir nochmal besser als der Vorgänger, vornehmlich durch verbessertes Songwriting mit schönen Tempoverschiebungen und technischerer Herangehensweise, aber ohne wirklich technisch zu sein, und bauen dadurch einfach gut arrangierte Songs mit Memorabilität und Durchschlagskraft. Zudem verneinen sie gekonnt sowohl die Grenzüberschreitung zum Deathcore, wie ihn populärere Acts wie Xavleg, Guttural Slug oder Acranius vollzogen haben, als auch irgendwelche merkwürdigen Vocalexperimente (naja, bis auf das Vecna-Noise). Sprich, das hier ist im besten Sinne „zweite Welle“ Brutal Death der guten Art.
    Den Groove finden sie leider auch heuer nicht wirklich. Zwar alles schön präzise gezockt, aber die eine oder andere Passage dürfte gerne stärker synkopiert sein… ein Song wie „Sonoluminescent Hemoglobinopathy“ würde davon deutlich profitieren.
    Warum jetzt Stabbing gerade den Century Media Deal bekommen haben, weiß ich nicht, sind sie doch weder besonders br00tal, noch besonders technisch wie Defeated Sanity oder Paroxysm Unit, noch ähnlich innovativ wie Wormhole, aber sie machen ihre Musik definitiv mit Überzeugung, Leidenschaft und Musikalität. Ist mir ebenfalls 8 Pünktchen wert.

    8/10