Stained Blood - Nyctosphere

Review

Aus dem sonnigen Spanien stammen die Jungs von STAINED BLOOD, die uns mit “Nyctosphere“ bereits ihren dritten Longplayer präsentieren. Während der Vorgänger “Hadal“ noch eher als reinrassiger Death Metal durchging, haben die Katalanen mittlerweile Ihren Stil weiterentwickelt. Dabei haben sie sich in kälteren Gefilden bedient. Betont düster mutet das neue Album an, eine finstere Mischung aus Black und Death Metal. Tod und Verderben sind also angesagt statt Sonne und Sangria.

“Nyctosphere“ zeichnet sich durch Aggressivität und düstere Atmosphäre aus

Aufgrund der Benamung des ersten Tracks “Avfall“ wäre man sogar einen Moment lang versucht, die Jungs nach Skandinavien zu verorten. Vom Sound her passt das teilweise auch. Der Einfluss der skandinavischen Black-Metal-Bands der 90er Jahre ist durchaus vorhanden. Der Opener legt zunächst das atmosphärische Fundament in Form eines geradezu unheilvollen Intros, Streicher und Kirchenchor inklusive. Dann starten die Jungs aber auch gleich richtig durch.

Was neben der beeindruckenden Aggressivität positiv auffällt, sind außerdem die irgendwo zwischen Keifen und Schreien rangierenden Vocals des nach der letzten Album-Release-Tour neu hinzugestoßenen Sängers Narcís Boter (der im Übrigen auch als Illustrator tätig ist und das Cover der LP designt hat). “The Lightless Walk“ wartet zur Mitte des Albums nochmal mit einem ausgedehnten Intro auf. Danach bleibt der Track der in den ersten beiden Songs etablierten Melange aus Black und Death Metal treu, bringt dabei durch die melodischen Zwischenspiele aber eine gemäßigte Qualität mit (wenn man davon sprechen kann. Anschließend packen die Iberer mit “Shrines of Loss“ wieder das ganz grobe Fleischbeil aus.

Ergänzt wird die wütende Raserei hier durch ein gewissermaßen nachdenkliches, wiederkehrendes Riff und ein ausgeprägtes Solo, bevor der Track in einem disharmonischen Pianopart verstummt, der mit “Winterflesh“ vielleicht das Highlight der Platte einleitet. Ein wirklich gelungenes Stück, das sich durch großartigen Rhythmus und sehr eingängige Melodien auszeichnet. Anspieltipp! Den Rausschmeißer macht “Drowned“. Der Song startet betont melancholisch, zieht dann das Tempo an und klingt schlussendlich langsam und leise aus. Dabei verbreitet das Stück nochmal richtig düstere Atmosphäre.

STAINED BLOOD haben sich weiterentwickelt

Als Fazit kann man festhalten, dass “Nyctosphere“ definitiv einen Entwicklungsschritt darstellt. Die Katalanen haben offenbar einen neuen Stil für sich gefunden, indem sie im Vergleich zum Vorgänger “Hadal“ Black-Metal-Elemente hinzufügen, dabei aber ihren eigenen Sound nicht vollends aufgeben. Das Album wirkt als Gesamtwerk konzeptioniert und greift dabei auf unterschiedliche Stilmittel zurück, die vom wütenden Highspeed-Geknüppel bis zum melancholischen Interlude reichen, sich dabei aber schön ergänzen. Dass die sechs überlangen Tracks quasi nahtlos ineinander übergehen – die teilweise eingesetzten Intropassagen fungieren hier als Verbindungsmasse – verstärkt diesen Eindruck. Ein gelungenes “Comeback“ nach vier Jahren Release-Abstinenz.

Review von Thomas Braun

02.04.2019

NO FUN NO CORE NO MOSH NO TRENDS

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7 Kommentare zu Stained Blood - Nyctosphere

  1. Nether sagt:

    Bei dem Drum-Sound vergeht mir echt alles, vor allem die Lust mir mehr als das verlinkte Video zu geben.
    Ja, es ist eine Eigenproduktion, aber der Rest klingt doch auch recht passabel.

    1. ClutchNixon sagt:

      Also die Snare könnte n büschen leiser und die Becken sind natürlich ausgesprochen höhenbetont, aber ansonsten ist das für mich okay, zumal der Drummer recht sauber spielt. Was stört dich daran?

      1. Nether sagt:

        Überwiegend der Sound der Bass.

      2. ClutchNixon sagt:

        Nach mehrmaligem Hören darf ich der Band ein in weiten Teilen gelungenes Black/Death attestieren, das natürlich nach Underground klingt, aber die angesprochenen Abstriche bei der Produktion durch viel Atmosphäre wieder wettmacht. Die Vocals werden leidenschaflich vorgetragen und ich sehe die gebleckten Zähne der Gitarristen bei geschlossenen Augen förmlich vor mir. Anspieltipp ist Century to Suffer, das echte Wut. transportiert und wirklich große Stimmungen auffährt. Ist via Bandcamp gekauft.

        7/10
      3. ClutchNixon sagt:

        Korrektur: Stück Black/Death

      4. Nether sagt:

        Ich muss meine Aussage etwas revidieren. Zum Zeitpunkt meines nörgelns hatte ich die Platte nur über Kopfhörer gehört und da klangen die Drums echt gruselig nach leblosem Plastik.
        Über die große Anlage ergibt sich jetzt lustigerweise ein komplett anderes Bild.
        Eigentlich seltsam, da es normalerweise andersrum ist.