Stranger Vision - Poetica

Review

STRANGER VISION sind Newcomer aus Italien in der Gegend rund um den Stadtstaat San Marino und was spielt man als Italiener, gerade mit so einem Bandnamen? Melodischen Power Metal natürlich. Die Band ist das Kind von Riccardo Toni (Gitarre) und Ivan Adami (Gesang) und besteht erst seit knapp zwei Jahren. Bevor sie nun mit ihrem Debüt auf sich aufmerksam machen wollen, haben sie sich im Internet schon mit Coverversionen bekannter Klassiker, wie „Moonshield“ von IN FLAMES oder „Space Oddity“ von DAVID BOWIE, einen Namen gemacht. Genug Interesse haben sie anscheinend geweckt, so tauchen einige Gastmusiker auf, darunter Zak Stevens (SAVATAGE, CIRCLE II CIRCLE), dem anscheinend gerade langweilig ist, denn sein Name erscheint in letzter Zeit häufiger in Features.

STRANGER VISION haben eine Vision

Diese Vision lautet, einen extrem persönlichen Sound mit starken Melodien und Harmonien zu kreieren. Positiv fällt auf, dass sie sich nicht direkt zu Beginn des Albums auf die zahlreichen Features verlassen, sondern erst einmal in der klassischen Bandbesetzungen einige solide Stücke raushauen, die schon die ein oder andere interessante Hook zu bieten haben („Soul Redemption“, „Never Give Up“).

Die muntere Feature-Sause geht dann mit „Memories Of You“ los, auf welchem Alessia Scolletti von TEMPERANCE Ivan Adami mit ihrem Gesang unterstützt und eine formidable Leistung auf dem balladesken Stück abliefert. Wenn die beiden im Chor singen, harmonieren ihre Stimmen aber nur begrenzt miteinander.

„Poetica“ nimmt dann mit dem Doppelschlag aus „The Dying Light“ als Intro und dem anschließend „Rage“ wieder fahrt auf. Hier haben STRANGER VISION sich Alessandro Conti dazugeholt, denn kein italienisches Power-Metal-Album kommt heutzutage noch ohne eine Verbindung zu RHAPSODY aus. Guido Benedetti von TRICK OR TREAT ist mit einem Gast-Gitarrensolo am Start. Lustigerweise ist dieses Stück auch stilistisch deutlich näher an RHAPSODY oder TWILIGHT FORCE, wo Herr Conti ja derzeit singt, dran als viele andere Lieder des Albums.

„Poetica“ gibt sich sichtlich Mühe

STRANGER VISION haben sich für ihr Debüt wirklich einige, starke Ideen zusammengeschustert. Neben den bereits erwähnten Stücken liefert Zak Stevens auch in „Before The Law“ einen zufriedenstellenden Gastbeitrag ab, aber auch die komplett featurefreien Stücke sind, wie bereits erwähnt, grundsolide. Für die Zukunft würde ich mir von STRANGER VISION noch etwas mehr Tempo und die Fähigkeit, auch mit weniger Features Aufsehen zu erwecken, wünschen. Trotzdem: der Grundstein ist gelegt und „Poetica“ ist in vielerlei Hinsicht für Fans des Genres einen Blick wert.

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21.03.2021

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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