Synaptic - Distortion Of Senses

Review

Vor gut einem Jahr beschlossen vier junge Musiker aus der Eifel unter einem neuen Namen weiterzumachen und trugen damit dem Umstand Rechnung, dass sie sich in eine immer progressivere und verspieltere Richtung entwickelt hatten. Spielte die Band vormals eine Mischung aus Melodic Death Metal und Thrash Metal, agiert der Vierer nunmehr in musikalischen Regionen, die von zweistimmigen, melodischen Frickelriffs, verspielten Bassläufen, überraschenden Breaks und komplexen Rhythmusstrukturen geprägt sind. Alte DARK TRANQUILLITY lassen grüßen, aber das ist in diesem Fall doch eher ein Kompliment, denn die Musiker sind nicht nur an ihren Instrumenten äußerst fit, sondern schaffen es auch Songs zu zimmern, die bei aller Komplexität ein Mindestmaß an Eingängigkeit aufweisen.

Der Name der Band: SYNAPTIC. Erstes Zeugnis der neueren musikalischen Ausrichtung ist die EP „Distortion Of Senses“, die nicht nur punktgenau zur Sache kommt, sondern zum überwiegenden Teil überzeugen kann. Die fünf Songs (plus ein Intro) sind zwischen viereinhalb und fünfeinhalb Minuten lang und versprechen bereits durch diesen Umstand eine gewisse Vielschichtigkeit: SYNAPTIC exerzieren ein Thema halt nicht bis zum letzten durch, sondern verlassen den einmal eingeschlagenen Pfad bisweilen früher als erwartet. Das mag im ersten Moment vielleicht etwas chaotisch wirken, aber angesichts der Fähigkeiten der Musiker an ihren Instrumenten hat man doch zu keinem Moment das Gefühl, als seien die Songstrukturen willkürlich zurechtgetrümmert. Sehr gelungen. Und so betreffen die einzigen Kritikpunkte auch zwei andere Bereiche: Der Song „Seventeen Seconds“ fällt gegen die restlichen vier Tracks ab und die eingeflochtenen Spoken-Words-Passagen klingen noch nicht souverän genug (beispielsweise in „And The Hangman Smiles“). Trotzdem – das soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden – sind die sonstigen Vocalpassagen mitunter ziemlich anspruchsvoll.

Nachdem „Distortion Of Senses“ durchgelaufen ist, mögen vielleicht die Ohren kribbeln und die Nervenenden sind vielleicht sogar äußerst gereizt. Eine Verzerrung der Sinne muss aber wirklich niemand fürchten. Neben dem guten Songmaterial und den handwerklichen Fähigkeiten der Musiker sorgt dafür der Umstand, dass „Distortion Of Senses“ unter professionellen Bedingungen aufgenommen wurde und mit einem wirklich kraftvollen und differenzierten Sound aufwarten kann. Ein sehr gelungener Einstand!

„Distortion Of Senses“ kann für faire 6 Euro + Shipping über die MySpace-Seite der Band geordert werden.

11.11.2008

- Dreaming in Red -

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