Templar - Conquering Swords

Review

Soundcheck Februar 2026# 18

Die schwedischen Schnauzbart- und Lederhosen-Enthusiasten TEMPLAR schmieden ihren Stahl auf „Conquering Swords“ streng nach 80er-Jahre-Reinheitsgeboten. Pate stehen dabei unter anderem (natürlich) die heimischen Helden HEAVY LOAD, die den kernig rockenden Schwedensound wie kaum eine zweite Band geprägt haben und nach denen im Übrigen auch das zwischen Kult und Krakelei rangierende Cover-Artwork schreit.

Mit Schnauzer und Lederbutze zurück in die 80er

Hinzu kommen bei etwas zügigeren Stücken der Marke „Excalibur“, „Rainbow‘s End“ und „Exiled In Fire“ punkige NWoBHM-Vibes à la GRIM REAPER oder ANGEL WITCH. Bei episch angelegtem Material wie „White Wolf“ und dem Titelstück scheinen zudem frühe MANOWAR durch, während „The Sorceress“ einen Hauch okkulter MERCYFUL FATE-Melodik versprüht.

Der größte Streitpunkt dürfte dabei sicherlich der Gesang von Isak Neffling sein. Dieser erinnert von der Stimmfarbe her zwar entfernt an Ricardo Baum von THE NIGHT ETERNAL; allerdings sitzt der Schwede nicht annähernd so fest im Sattel wie sein Kollege aus dem Ruhrpott und gerät besonders dann, wenn ein Ton mal etwas länger gehalten werden soll, mitunter schwer ins Wanken.

Hier hilft auch nicht zwingend die Rettung in die im Genre gern beschworene Kauzigkeit, denn abseits der etwas Uffta-lastigen Drums ist „Conquering Swords“ eigentlich recht sauber, wenngleich nicht übermäßig virtuos gespielt. Wie THE LORD WEIRD SLOUGH FEG oder BROCAS HELM wollen TEMPLAR jedenfalls offensichtlich nicht klingen, weshalb sich Instrumental- und Gesangsdarbietung bisweilen schon etwas beißen.

TEMPLAR treffen das Feeling, die Ausführung ist aber teils etwas holprig

Nichtsdestotrotz wissen die Schweden, wie man soliden Altstahl schmiedet und wo im Song alles hingehört. Spektakulär oder übermäßig eigenständig ist das nicht, darauf legen geneigte Oldschool-Metalheads und Keep-It-True-Dauergäste aber i.d.R. eh deutlich weniger Wert als auf Feeling und Authentizität. Beides ist reichlich vorhanden, allein in der Ausführung ist besonders gesanglich noch etwas Luft nach oben. Aber das kann ja noch werden.

20.02.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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