Tony Clarkin (Magnum)
"The Last Dance"

Special

Tony Clarkin, der Songschreiber und das Rückgrat einer Band mit einer mehr als 50-jährigen Geschichte hat die Bühne für immer verlassen. Grund genug für uns, einen Blick in die Geschichte des oft unscheinbar wirkenden Musikers zu werfen und sein Schaffen zu würdigen. Den gesamten Katalog seines musikalischen Wirkens können wir nicht betrachten, sodass die persönlichen Vorlieben für Alben und Songs eine Rolle spielen. Die Zusammenfassung wird lückenhaft sein und ist primär eine persönliche Rückschau der Schreiberlinge. Wir wollen an einen Musiker erinnern, der generationsübergreifend Menschen begeisterte, wo oft ganze Familien vor der Bühne standen und dem der ganz große Durchbruch verwehrt blieb. Die beiden metal.de- Schreiberlinge zeigen genau die generationsübergreifende Begeisterung für die Band auf. Der eine Schreiber ist Jürgen Fenske, der in den 80ern mit einer Band wie MAGNUM aufgewachsen ist. Der zweite Schreiberling ist Johanes Werner, als jemand, der buchstäblich mehr als sein halbes Leben MAGNUM-Fan, aber eine ganze Generation jünger ist.

Die Anfänge von Tony Clarkin

Tony Clarkin wird im Birmingham, in den englischen Midlands, kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs geboren. Aufgewachsen ist er im eher ländlichen Teil von Birmingham, dem Shared End. THE BOULEVARDS ist Clarkins erste Band, wo er gemeinsam mit Kollegen aus seiner Schule seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelt. Ab 1972 gilt MAGNUM die volle Aufmerksamkeit von Tony. Zunächst spielen MAGNUM als Hausband im Rum Runner Nightclub. Der Laden wurde später vor allem durch DURAN DURAN berühmt. Eigene Songs gibt es ab 1976 zu hören, zunächst im The Railway Inn in der Curzon Street. Bereits zu der frühen Zeit ist Bob Catley an seiner Seite. Die Nest Studios in Birmingham werden der Ort, wo die ersten Demos von MAGNUM aufgenommen werden. Die Demos bilden die Grundlage für das Debütalbum „Kingdom Of Madness“.

Die Jet Records Jahre

Im November 1978 steht das Debüt von MAGNUM in den Plattenläden. Einflüsse von QUEEN, GENESIS oder JETHRO TULL blitzen bei den Songs auf „Kingdom Of Madness“ durch. Allen voran der Titeltrack wäre mit den Vocals von Ian Anderson problemlos bei den schottischen Folk-Rockern zu verorten. Platz 58 in den UK-Album-Charts ist ordentlich, aber weit entfernt von einem kommerziellen Durchbruch. Es ist zu hören, dass die Band bzw. Clarkin sich noch auf der Suche nach „ihrem“ Sound befinden. Die immense Kreativität Clarkins schimmert bereits durch und so strahlt „Kingdom Of Madness“ den zauberhaften Hunger einer jungen Band aus, die sich beweisen will.

Empfehlenswert: „Kingdom Of Madness“, „The Bringer“, „All Come Together“

Der Nachfolger „Magnum II“ ist im Oktober 1979 verfügbar, ist aber kommerziell ein Flop. Erneut bewegen sich MAGNUM in progressiven und melodischen Gefilden und sind weit entfernt von angesagten Bands wie FOREIGNER oder UFO. Dazu kommt die NWoBHM in England so langsam in Fahrt und Bands wie SAXON, SAMSON oder JUDAS PRIEST liefern den Sound für die junge Generation in England. „Magnum II“ steht sicher im Schatten seiner großen Nachfolger, geht aber im Gesamtwerk der Band zu Unrecht oft unter.

Empfehlenswert: „If I Could Live Forever“, „Reborn“, „Foolish Heart“. Auch „Changes“ ist eine Erwähnung wert, da es vermutlich nicht direkt als Inspiration diente, aber deutliche Ähnlichkeiten mit VAN HALENs Überhit „Jump“ aufweist.

Es folgt das Live-Album „Marauder“, bevor im Februar 1982 „Chase The Dragon“ das Licht der Welt erblickt. Mark Stanway ist erstmals am Keyboard zu hören und mit Platz 17 ist die Scheibe die bis dato erfolgreichste von MAGNUM. Tony und Co. bleiben progressiv, legen aber vom Härtegrad zu, ohne dass Melodie und Eingängigkeit vernachlässigt wird. Die DNA der Band kommt immer mehr zum Vorschein und die Einflüsse von QUEEN und Co. verschwinden.

Empfehlenswert: „Soldier Of The Line“, „On The Edge Of The World“, „Walking The Straight Line“, „The Lights Burned Out“. Die beiden Live-Standards „The Spirit“ und allen voran „Sacred Hour“ sind ebenfalls unbedingt zu nennen. Vielleicht das erste Über-Album der Band?

Ein Jahr später heißt es „The Eleventh Hour“. Die Produktion des Albums sorgt für Missstimmung zwischen Label und Band, was am Ende zum Bruch zwischen MAGNUM und Jet Records führt. Kommerziell bleibt „The Eleventh Hour“ mit Platz 38 in den UK-Charts ebenfalls hinter den Erwartungen. Musikalisch geht es eher zurück zu melodisch verspieltem Rock, den Härtegrad von der „Chase The Dragon“ erreicht Studioalbum Nummer vier aus dem Hause MAGNUM nicht. Trotzdem: gelungene Rock-Melodien sind auch auf „The Eleventh Hour“ mehr als genug zu finden. Neben „Magnum II“ ist “The Eleventh Hour“ die unterbewertetste Scheibe in der MAGNUM-Historie.

Empfehlenswert: „Hit And Run“, „The Price,“ „The Great Disaster“, „So Far Away“

Galerie mit 24 Bildern: Magnum - Rock Hard Festival 2019

Seiten in diesem Artikel

12345
Quelle: Wikipedia, diverse Tonträger
19.01.2024

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 36518 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Off Topic
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

2 Kommentare zu Tony Clarkin (Magnum) - "The Last Dance"

  1. MetalGerhardt sagt:

    Tolles, informatives Special! Das Durchlesen hat Spaß gemacht und schön, dass Tony Clarkin hier in dieser Form gewürdigt wird. Dickes Lob an die Redakteure!

  2. Hansi sagt:

    Hier möchte ich mich MetalGerhardts Lob an die Redakteure anschließen. Feine Sache und schöne Würdigung.