Tenside - Chain Reaction

Review

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„Tenside bewirken, dass zwei eigentlich nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Öl und Wasser, fein vermengt werden können.“ So Wikipedia. Was bedeutet dies für das uns vorliegende Scheibchen? Nun – streichen wir das Wort Flüssigkeit und ersetzen durch Musikstil. Zum Beispiel Alternative und New Metal. Oder Neo Thrash mit Heavy Rock. Denn irgendwo dazwischen wird die Wahrheit über das Münchener Quartett liegen. Aus welchen Genres sie sich auch bedienen mögen – wichtig ist eh nur das Endresultat. Und dies ist im Falle von „Chain Reaktion“ ein äußerst explosives Gemisch.

Zugegebenermaßen – das CD Cover mit dem untoten Kapitän lässt eher an die Spaßpiraten von ALESTORM oder SWASHBUCKLE denken. Nach einem kurzen Morse-Intro hört das nautische jedoch auch schon auf und man wird in die aktuelle Klangwelt von TENSIDE eingeführt. Diese präsentiert sich im Soundgewand aller erster Güte. Die Produktion ist schön Basslastig, transparent und druckvoll. Dies muss auch so sein, will man die wunderbar arrangierten Stücke vollends zur Geltung bringen. TENSIDE spielen keinen komplexen Metal, doch hört man zu jeder Zeit eine große Liebe zum Detail aus den Stücken heraus. Die harten Growls wechseln sich mit cleanen Gesangspassagen ab. Toll hierbei: Das unverzerrte Organ von Daniel Kuhlemann (Gesang & Gitarre) biedert sich zur keiner Zeit an. Hier gibt es keine aus dem Metalcore bekannten schwarz-weiß Trennungen von „hier sind wir angepisst und hier zeigen wir die gefühlvolle Seite“.

Weniger ist oft mehr – das hat die Band gut verinnerlicht. Zwischendurch wird es etwas ruhiger und melodischer. Dezente und gut platzierte Keyboardhintergründe, cleane Gitarren – alles wirkt wie aus einem Guss. Ein Anspieltipp dafür ist das Stück „Violent World“, bei dem Christof von Freydorf (EMIL BULLS) als Gastsänger zu hören ist. Eines der absoluten Highlights des Albums. Wer es gerne härter und moshgerechter haben will, zieht sich „Armed and Dangerous“ rein. Zu dieser Singe von „Chain Reaction“ wurde kürzlich auch ein Videoclip veröffentlicht.

Es hat ganze vier Anläufe gebraucht, bis TENSIDE sich auf ihrer LP so dermaßen reif und interessant präsentieren konnten. Doch: Was lange gärt, wird endlich gut. Und das gilt nicht nur für bayrisches Bier.

31.03.2011

Der metal.de Serviervorschlag

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