Tesseract - Sonder

Review

Galerie mit 27 Bildern: TesseracT - Sonder Europe Tour 2018

Aus wirtschaftlicher Sicht gesehen ergibt das, was TESSERACT aus „Sonder“ gemacht haben, natürlich Sinn. Immerhin hat der Vorgänger „Polaris“ durch seine Kombination von Eingängigkeit und Komplexität vollkommen zurecht Lorbeeren über Lorbeeren einheimsen können. Und dass die Band die eigene Eingängigkeit ausweiten möchte, das sei ihr natürlich gegönnt.

TESSERACT gehen mit „Sonder“ auf Nummer sicher…

Doch wie viel die Komplexität in Zusammenhang mit der durch die Grooves erzeugten Heaviness ausgemacht hat, merkt man wie so oft erst dann, wenn das alles plötzlich fehlt. Wie auf „Sonder“. Das neue Album aus dem hause TESSERACT klingt zwar immer noch wie ein Album der Briten, das beschränkt sich jedoch nur auf Oberflächlichkeiten wie die Downtuning-Riffs. Die sorgen für eine einschlägige, wiedererkennbare Djent-Ästhetik, doch jenseits dessen hat „Sonder“ nicht viel interessantes zu bieten.

… und verspielen so ihre Vorreiterrolle

Denn „Sonder“ ist im Kern ein Album mit Pop-Songs. Und wer das erst einmal nicht glaubt, der höre sich nur mal die Gesangslinien von „Juno“ an. Viel mehr ans Formatradio kann man sich kaum anbiedern. Und im Grunde steht der Track stellvertretend für das, was auf „Sonder“ schief läuft. TESSERACT tun hier nur so, als sei ihr Sound komplex, tatsächlich läuft hier ein Schaf im Wolfspelz umher. Denn die Riffs wie in „Beneath My Skin“ klingen zwar verschachtelt, mehr als Ästhetik ist das aber nicht. In die Tiefe geht der Sound hier einfach nicht.

Das geht soweit, dass man an mancher Stelle wie dem furchtbar kitschigen „Mirror Image“ nicht um einen unrühmlichen U2-Vergleich herum kommt. Was hier für ein Potential verschwendet worden ist, zeigen allein die eröffnenden Singles „Luminary“ und „King“, die zwar auch ohne Komplexität auskommen müssen, allerdings dafür mit Schnackes daher kommen. Gerade „King“ bringt ein Relikt aus den Anfangstagen der Band, die Screams, zurück und das sogar sehr effektiv.

Dennoch täuscht auch das nicht über den Mangel an interessanten Aspekten hinweg. TESSERACT gehen mit „Sonder“ auf Nummer sicher. Und so klingt es auch. Safe und vorsichtig, zu vorsichtig. Die Briten bleiben weit unter ihren Möglichkeiten und liefern ein trotz Konzept weitestgehend uninteressantes Album voller „Survivals“ ab.

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17.04.2018

Sitzt, passt, wackelt, hat Luft.

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Tesseract auf Tour

27.06. - 29.06.19Tons Of Rock 2019 (Festival)Kiss, Volbeat, Def Leppard, Slayer, In Flames, Dropkick Murphys, Dream Theater, Behemoth, Gluecifer, Testament, Mayhem, Oslo Ess, Powerwolf, Amaranthe, Tesseract, Carcass, Bury Tomorrow, Djerv und Ulver
28.06. - 30.06.19metal.de präsentiertFull Force Festival 2019 (Festival)Parkway Drive, Arch Enemy, Limp Bizkit, Behemoth, Flogging Molly, Lamb Of God, Amorphis, Beartooth, Cannibal Corpse, Kadavar, Knorkator, Our Last Night, Sick Of It All, Terror, The Amity Affliction, Zeal & Ardor, Alcest, Animals As Leaders, Annisokay, Any Given Day, At The Gates, Bad Omens, Batushka, Billybio, Black Peaks, Bleeding Through, Bury Tomorrow, Cane Hill, Carach Angren, Crystal Lake, Harakiri For The Sky, Harms Way, Ignite, Infected Rain, Jinjer, Landmvrks, Malevolence, Mambo Kurt, Mantar, Massendefekt, Municipal Waste, Orange Goblin, Polaris, Power Trip, Sondaschule, Tesseract, The Ocean, Turnstile, Walking Dead On Broadway, While She Sleeps, Whitechapel und WolfheartFerropolis, Gräfenhainichen

4 Kommentare zu Tesseract - Sonder

  1. Gregorius sagt:

    Hm, das was hier als Mangel an interessanten Aspekten ebschrieben wird, reizt mich umso mehr, reinzuhören, denn die Band kann was und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie mit ihrem Sound eingängiger werden und das unnötige Herumgefummel an den Instrumenten auf einen grundsätzlichen Bestandteil reduzieren.
    Wird in Kürze angecheckt.

  2. Sven sagt:

    Mich hat die Spielzeit von 36 Minuten sofort schockiert.
    Bislang habe ich nur kurz reingeschnuppert und somit kann ich noch kein wirkliches Urteil abgeben, aber was ich gehört habe, hat mich nicht wirklich gepackt. Was wiederum mit dem Review übereinstimmen würde, mal kuken…
    Ich versteh übrigens nicht wie der Kollege „Altered State“ eine 7/10 verpassen konnte, ein Meisterwerk…

  3. Spinnerbande sagt:

    Der gesamten Bewertung kann ich persönlich nur zum Teil zustimmen.
    Zum Einen hab ich den Eindruck, dass die Enttäuschung, wahrscheinlich aufgrund der hohen Erwartungen des Rezensenten, einen großen Einfluss auf die Punktevergabe hatte.
    Er hat in dem Punkt recht, dass dieses Album eher zum Durchschnitt tendiert, gemessen an dem Potenzial, welches Tesseract in den vorherigen Alben aufgezeigt haben. Auch ich bin ein enttäuscht. Zusätzlich stimme ich dem Punkt zu, dass in der Komposition der/des Songs/Albums ein Augenmerk auf die Zugänglichkeit für die breitere Masse gerichtet wurde, was, je nach Geschmack eben positiv oder negativ bewertet werden kann. Es fehlen eben die markanten Ecken und Kanten, sowie überraschenden Riffs, die sich einprägen. Härte und Wucht blitzt nur ab und zu mal auf, siehe „King“. Allerdings habe ich eben genau das, bereits auf der vorherigen Scheibe „Polaris“ in der zweiten Hälfte in einigen Passagen heraushören können. Teilweise gewinnt man den Eindruck, dass die Songs auf „Sonder“ um den Klargesang geschrieben wurden.

    Nach diesen Kriterien würde ich auch bei einer Fünf landen.

    Aber:
    Blendet man das nicht genutzte Potenzial und die starken Vorgänger aus, so liegt hier ein Album vor, welches planmäßige und eingängige Songs beinhaltet, die trotz ihrer zeitlichen Begrenztheit Elan und eine gewisse Komplexität aufweisen. Man erkennt in jedem Song den unverwechselbaren Tesseract-Sound.

    Nach diesen Kriterien bin ich eher bei einer Acht.

    Goldene Mitte 6,5 aufgerundet 7.

    7/10
  4. Sylverblack sagt:

    Michael Klaas ist eben doch ziemlich engstirnig. Dass es ihm nicht gefällt – geschenkt. Aber dass erhöhter Pop-Appeal automatisch eine Anbiederung as Radio darstellen soll? Und dass U2-Vergleiche unrühmlich sind? Er sollte von der Einstellung abrücken, dass sein persönlicher Musikgeschmack Allgemeingültigkeitscharakter hat.