



Fast genau drei Jahre nach „Not Without My Ghosts“ stehen THE AMITY AFFLICTION mit ihrem nächsten Album in den Startlöchern. „House Of Cards“ heißt die neue Platte und bedient sich damit eines viel benutzten, bedeutungsschweren Titels. Kann die Musik da mithalten oder fällt das instrumentale Kartenhaus in sich zusammen?
THE AMITY AFFLICTION bauen ein Kartenhaus
Der erste Eindruck überzeugt: Nach dem epischen Intro „Vida Nueva“ haut und tritt einem der Opener „Kickboxer“ volles Pfund aufs Maul. Der Song schüttelt den Staub aus den Boxen und ist fürs laute Hören gemacht. Wenn die Australier das Lied künftig als Show-Opener nutzen, dürfte einem direkten Moshpit nichts im Wege stehen.
Danach folgt mit dem Titeltrack ein prädestinierter Single-Hit. Der Song hat von melodiösem Klargesang über aggressive Shouts bis zur „Hey! Hey!“-Passage alles, was es für ordentlich Radio-Airplay oder hohe Streamingzahlen braucht. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „Heaven Sent“, dessen Refrain eindeutig darauf ausgelegt ist, sich als Ohrwurm festzusetzen.
Steht „House Of Cards“ Down Under auf dem Kopf?
Im weiteren Verlauf halten THE AMITY AFFLICTION das Tempo hoch und liefern einen knackigen Dreiminüter nach dem nächsten. Dabei variieren sie innerhalb ihrer Genregrenzen genug, damit die Songs Wiedererkennungswert besitzen und kein gleichförmiger Brei entsteht.
Neben den Gitarrenwänden und der drückenden Bassdrum darf man die Synthies nicht vergessen. Mal sind sie dezent im Hintergrund platziert, mal tragen sie eine Bridge oder Strophe. Dennoch drängen sie sich nie auf und fügen sich gut ins Gesamtbild ein.
„Reap What You Sow“ beginnt unkonventionell und wirkt kurz wie ein Elektro-Partysong, bevor THE AMITY AFFLICTION mit einem Breakdown reinen Tisch machen. „Eternal War“ beendet das hochaggressive Album schließlich mit einem weiteren starken Song – kultiges Sample („There is no god – Satan killed him!“) inklusive.
„House Of Cards“ ist ein Banger von Anfang bis Ende
Mit ihrem neuen Album haben THE AMITY AFFLICTION kräftig an der Härteschraube gedreht – und das tut ihnen gut. War auf den Vorgängeralben der Schmachtfaktor manchmal etwas zu hoch, beerben sie hier stellenweise fast AS I LAY DYING in Sachen Brutalität. Weiter so!

Amity Affliction, the - House of Cards
Jannik Kleemann































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