Frozen Soul - No Place Of Warmth

Review

Soundcheck Mai 2026# 12 Galerie mit 28 Bildern: Frozen Soul - Heimat Over Europe Tour 2026 in Berlin

Drei Jahre nach „Glacial Domination” legen FROZEN SOUL nach. Die Texaner aus Fort Worth hatten auf der letzten Tour mit Heaven Shall Burn bereits neues Material in der Setlist, das sie ausgiebig auf Livetauglichkeit erprobt haben. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum ist „No Place Of Warmth” insgesamt etwas simpler gestrickt und auch moderner.

FROZEN SOUL ferfektionieren ihren Death-Metal-Faustschlag

Dabei ist die Band nicht um grundlegende Veränderungen bemüht, sondern liefert ein sehr präzises Schlachtbrett ab, das auf jeglichen Firlefanz verzichtet und einzig und allein auf volle Durchschlagskraft abzielt. Dass dies vornehmlich der Tatsache geschuldet ist, dass das Material vor allem live gut funktionieren soll, darf man durchaus als Prämisse hinnehmen. Dies beeinträchtigt die Hörbarkeit zu Hause jedoch keineswegs negativ.

Bereits mit dem Opener und Titeltrack machen Frozen Soul sofort klar, dass sie sich kein Stück von ihrer Bolt-Thrower-Anbetung abgewandt haben. Sie schieben hier ein unfassbar gutes Geschütz auf, das mit herrlichem Lead sofort ins Ohr geht. Der Gastgesang von Gerard Way (MY CHEMICAL ROMANCE) passt ausgezeichnet dazu. Der nächste Track, „Invoke War”, ist das Aushängeschild für den Weg der Band: effizient Riffs auf das Nötigste zu reduzieren und dabei Härte und Eingängigkeit bei allem Minimalismus auf das maximale Level zu heben. Das funktioniert prächtig, und gerade live hat sich gezeigt, dass die Band spätestens hier jeden potenziellen Neu-Fan abholt, denn es geht gar nicht anders, als sich mit der Masse zu bewegen. Die Gastvocals von Robb Flynn (MACHINE HEAD) wirken hier aber wirklich wie Namedropping, denn der Song schiebt auch so einfach alles weg.

Weniger Schnickschnack, mehr Zerstörung.

Im Verlauf der Platte wird deutlich, dass das Konzept durchdacht ist und grundsätzlich funktioniert. Bei allem Respekt für die musikalische Leistung muss man aber auch zugestehen, dass die Songs aufgrund ihrer Direktheit vielleicht auf Dauer ein wenig an Reiz verlieren. Das wird im direkten Vergleich zum Vorgängeralbum Glacial Domination sofort deutlich. Die Tracks wirken straighter und tighter. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl, dass die Saitenfraktion hier extra vertrackte oder verspielte Riffs zaubert, um zu beeindrucken.

Es geht nicht mehr darum, Songs in den Kontext zu heben und Spannungsbögen aufzubauen, sondern schlicht um Härte und direkte Wucht, die bei jeder Nummer wie ein Faustschlag sitzt. Auch die modernen Kniffe, wie dezent eingestreute Deathcore-Breakdowns, wirken locker und machen FROZEN SOUL dadurch kein Stück mehr Core. Wenn man sich dann ein klassisches Death Metal-Solo, wie es auf „Eyes Of Despair” zu hören ist, anhört, darf man sicher sein, dass die Band kein bisschen ausgewhimpt ist.

Moderne Produktion trifft auf Old-School-Wucht.

Die Produktion von Josh Schroeder klingt um einiges moderner als die der Vorgängeralben, baut deutlich mehr Druck auf und setzt auf Groove und oft simple Riffs. Das Album ist in seiner Gänze überzeugend, wenngleich sich im Verlauf eine gewisse Vorhersehbarkeit einstellt. FROZEN SOUL demonstrieren mit „No Place Of Warmth”, dass brutaler Old-School-Death-Metal kein bisschen alt klingen muss und dass es sich auszahlt, das Risiko einzugehen, dass manchmal weniger mehr ist. Eine Produktion, die das klassische Death-Metal-Terrain verlässt, um moderner und brutaler zu wirken, funktioniert beeindruckend. Das Album ist in jeder Hinsicht eine Vollbedienung und gehört in jede Death-Metal-Sammlung.

 

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08.05.2026

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1 Kommentar zu Frozen Soul - No Place Of Warmth

  1. ClutchNixon sagt:

    Mitunter verschwimmen mir persönlich die Grenzen zum Bollo-HC etwas zu sehr, aber en Gros sicherlich deren bis dato beste Pladde. Geil finde ich hingegen die heuer stärker zu Tage tretenden Skeletal Remains Vibes im Gesang.

    7/10