The Committee - Power Through Unity

Review

Galerie mit 6 Bildern: The Committee - De Mortem et Diabolum 2017

Vier (bzw. mittlerweile fünf) Musiker, keiner kennt ihre Identität, keiner weiß, wo sie herkommen – als Herkunft ist überall nur „International“ angegeben, die Namen sind wortspielhafte Pseudonyme wie ‚Marc Abre‘ (Bass) oder ‚Igor Mortis‘ (Gesang, Gitarre). Eine internationale Kollaboration, die sich nun das erste Mal mit einem Album in voller Länge meldet. „Power Through Unity“ heißt es, das Erstlingswerk, auf das uns THE COMMITTEE seit ihrer Gründung 2007 warten ließen (bisher gab es lediglich eine EP aus dem letzten Jahr). Ein Erstlingswerk, das sich direkt mal seine ganz eigene Nische aufbaut, denn musikalische Vergleiche sind nicht einfach zu finden. Und ein Erstlingswerk, das qualitativ so richtig reinhaut, denn von THE RUINS OF BEVERAST vielleicht einmal abgesehen, dürfte es wenige Black-/Doom-Metal-Mischlinge geben, bei denen man von der ersten Sekunde an weiß, es mit etwas Besonderem zu tun zu haben.

Und mit THE RUINS OF BEVERAST hätten wir dann auch direkt eine der wenigen Bands genannt, die als Vergleich für THE COMMITTEE gelten könnten. Auch das passt nicht so wirklich, aber zumindest die früheren Alben der Band sind stilistisch ähnlich, auch das über Ecken verwandte Projekt ABUSUS geht noch als vergleichbar durch. Hier bin ich dann mit meinem Namedropping-Latein auch am Ende, THE COMMITTEE sind einfach wahnsinnig eigenständig, rockiger und eingängiger als die beiden genannten Projekte, aber nicht weniger atmosphärisch und dunkel. Sei es das sich auf seine eigene, schmutzige und nihilistische Variante wahnsinnig elegant in die Gehörgänge schleichende „The Man Of Steel“, das abschließende und mit seinen Interpretationen der deutschen und russischen Nationalhymnen Gänsehaut verursachende „Power Through Unity“ oder – wenn ein Höhepunkt genannt werden muss, dann ist es der – das unglaublich gute „Katherine’s Chant“, in dem THE COMMITTEE gegen Ende die russische „Katusha“-Volksweise auf Black-Metal-Art verwursten.

Angenehm ist dabei, dass sich keine der vielen Facetten – die atmosphärische, die eingängige oder auch die konzeptuelle Seite von „Power Through Unity“ (textlich wie musikalisch beschäftigt man sich mit der Geschichte der Sowjetunion) – nach vorne drängt und über die anderen stellt, das Album ergibt im Großen und Ganzen eine schöne, gleichmäßige Sache, die ihre unterschiedlichen Seiten nicht variiert, sondern kunstvoll miteinander verschmilzt. Diesen Umstand – genauso wie den hohen Grad an Eigenständigkeit – darf man sicherlich zu einem nicht geringen Teil der Produktion verdanken, die „Power Through Unity“ hintergründig (fast möchte man sagen: dumpf) präsentiert und der Atmosphäre so allen Platz lässt, sich zu entwickeln. Aber auch die Eingängigkeit kommt nicht zu kurz. Diese darf sich nicht aufdrängen, das erlaubt der Klang des Albums nicht, sondern sie muss erarbeitet werden: Man muss schon hinhören, um bei THE COMMITTEE die Sahnehäubchen zu finden, aber hört man hin, wird man mit Riffs und Gesangslinien belohnt, die nur schwer wieder aus dem Kopf zu kriegen sind. Und da man so genau hingehört hat, wurde man gleichzeitig und ohne es bewusst mitbekommen zu haben noch in die extrem dichte Atmosphäre von „Power Through Unity“ gezogen. Ein Kunststück, das THE COMMITTEE hier gelingt.

„Power Through Unity“ ist ein schwarzes, ein niederwalzendes, ein düsteres Album, aber gleichzeitig auch wunderbar. THE COMMITTEE schmeißen darauf den Hörer in den Dreck des Gulags und lassen ihn dort verrecken, sollte er sich nicht die Mühe geben, die jeder einzelnen Note des Albums gebührt. Aber ist die harte Arbeit getan, wartet auf ihn keine zugige Baracke, sondern eine Unterkunft, die den Genfer Konventionen Genüge leistet und ihn mit einer warmen Mahlzeit empfängt. Ein weiteres, frühes Highlight in diesem Jahr, sowohl für Doom- als auch für Black-Metal-Fans.

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20.02.2014

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