The Undivine - Delusional Noise

Review

L.A. und New York müssen in Finnland liegen – oder wahlweise Belo Horizonte, Bahia und Rio de Janeiro. Jedenfalls bekommt man diesen Eindruck, wenn man die ersten Takte von „Delusional Noise“ hört: Da mischen THE UNDIVINE ziemlich fette Groove-Metal-Riffs mit dem Arschtritt des Thrash Metals, während Sänger Henkka Harberg seine Stimme todesmetallisch tiefergelegt hat. Dazu gesellen sich Gangshouts und im zweiten Track „Satellite Monarchy“ Tribalgrooves und –drums. Nett.

THE UNDIVINE kommen allerdings nicht aus den genannten US-amerikanischen und brasilianischen Großstädten, sondern aus einem recht kleinen Kaff unweit von Helsinki, Finnland. Dass dort in Seitenstraßen die Mülltonnen brennen, ist ebenso wenig anzunehmen, wie dass es dort allgegenwärtige Armut oder ein ausgeprägtes Bandenwesen gibt. Trotzdem klingt „Delusional Noise“ erstaunlich tight, und die verwendeten Zutaten mischt das Quintett ziemlich gekonnt miteinander. Wenn sich die Band in erster Linie auf der Bühne beheimatet fühlt, macht sich das hier bemerkbar. Vielleicht auch, dass mancher Finne mit einem Musikinstrument umgehen kann. Nicht zuletzt hat der Sänger eine erfrischend selbstbewusste Ferkelstimme.

Sicherlich werden THE UNDIVINE für „Delusional Noise“ keinen Originalitätspreis gewinnen, denn das eine oder andere Vorbild klingt noch durch. Andererseits wirkt „Delusional Noise“ in sich zu wenig geschlossen – Abwechslung an sich ist ja zu befürworten, aber da werden dann zu viele unterschiedliche Stile unter der Haube des Gangfighter-Groove-Metals vereint. Als Beispiel soll hier nur der abschließende, fast zehnminütige Titeltrack genannt werden, der eher Post-Black-Metal ist und sich nicht so richtig zum Gros der Songs fügen will. Trotzdem: Schlecht ist das ja nicht, mehr als ordentlich in Szene gesetzt, und streckenweise macht das Album richtig Spaß. Gute sechs oder knappe sieben Punkte – angesichts der Tightness der Darbietung ist diesmal ein Pünktchen mehr drin.

04.05.2012

- Dreaming in Red -

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