Thrudvangar - Vegvisir

Review

THRUDVANGAR können in diesem Jahr auf 20 Jahre Bandgeschichte zurückblicken und feiern das Jubiläum mit ihrem sechsten Album „Vegvisir“. Sicher, es gibt Bands, die haben in dieser Zeit mehr erlebt und mehr erreicht, als die Jungs aus Sachsen-Anhalt, aber es ist gut zu wissen, dass die Thorsjünger immer noch am Ball sind.

Zuletzt war aber einige Zeit nicht viel von der Band zu hören. Waren THRUDVANGAR in den 2000ern noch regelmäßig zu Gast auf Pagan-Metal-Festivals und zuverlässige Songlieferanten, hat es nun sieben Jahre gedauert, bis der Nachfolger zu „Tiwaz“ aus dem Jahr 2013 veröffentlicht wird.

THRUDVANGAR melden sich zurück

„Vegvisir“ ist trotz der langen Pause kein mächtiger Paukenschlag geworden, ist aber ein solides Album, das sich vor der Konkurrenz nicht scheu verstecken muss. Im Gegensatz zu den anderen Pagan-Metal-Rückkehrer-Alben dieses Jahres wie „Ode Naturae“ von GERNOTSHAGEN oder „Waldvolk“ von XIV DARK CENTURIES fehlt es „Vegvisir“ jedoch an Biss.

Auch mit zwei neuen Gitarristen an Bord klingen die Riffs bei THRUDVANGAR immer noch sehr nach AMON AMARTH, der Sound insgesamt aber rauer und aggressiver. Sänger Matze krächzt so heiser wie eh und je ins Mikro und verleiht „Vegvisir“ damit eine kämpferische Stimmung.

Dazu trägt auch bei, dass das Album vor Wikinger-Klischees und trotzigen Kalenderspruch-Ratschlägen nur so tropft. Das passt ganz gut zu dem druckvollen Pagan-Metal, bricht aber in den eher balladesken Songs unangenehm hervor. Das Ganze gipfelt schließlich im übelst kitschigen Klargesang-Raussschmeißer „Alles was bleibt“, der zwar nach zwei Liter Met zum Mitschluchzen animieren mag, im Normalzustand aber dazu verleitet, „Vegvisir“ vorzeitig zu beenden.

„Vegvisir“ – Zwischen Kitsch und Glorie

Solche Schnitzer sind es, welche die Rückkehr von THRUDVANGAR und die Freude über das neue Album etwas schmälern. Alte Fans der Band können trotzdem ohne Bedenken zugreifen, sollten aber kein zweites „Ahnenthron“ oder „Zwischen Asgard und Midgard“ erwarten. „Vegvisir“ ist ein solides Album geworden, das dem Genre aber keine neuen Impulse verleiht und zu oft zu tief in den Kitsch-Topf greift.

11.11.2020

Der metal.de Serviervorschlag

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