XIV Dark Centuries - Waldvolk

Review

Galerie mit 22 Bildern: XIV Dark Centuries - Fimbul Festival 2020

Fast zehn Jahre sind vergangen, seitdem die Thüringer Pagan-Metal-Pioniere von XIV DARK CENTURIES zuletzt mit „Gizit Dar Faida“ (2011) auf den Plan traten. Alle Hintergründe hierzu erfahrt ihr in unserem umfangreichen Interview mit Sänger Michel. Kurz gesagt, die Jungs melden sich runderneuert und mit frischer Energie auf „Waldvolk“ zurück.

Mit alten Stücken und Tobalt geht es nach vorn – XIV DARK CENTURIES sind zurück

Inhaltliche Renaissance? Konzeptionelle Weiterentwicklung? Sicherlich keine passende Umschreibung für „Waldvolk“, welches heidnische Hausmannskost vertont. Musikalisch stellen XIV DARK CENTURIES sich allerdings breiter auf, da Veit von ODROERIR mit feinem Violinenspiel die bekannten Trademarks der Band gut ergänzt und einige musikalische Facetten addiert.

Neun Stücke ohne Intro und Outro sind auf „Waldvolk“ gelandet, davon sind drei in jüngster Zeit entstanden, drei schon etwas älter aber unveröffentlicht und drei weitere Neuaufnahmen von bereits erschienenen Stücken der Band. „Bragarful“ und „Julenzeit“ stammen von der starken „Jul“-EP (2005), „Runibergun“ ist das wohl beste Stück vom 2006er Konzeptalbum „Skithingi“. Die Songs funktionieren noch, sind heuer schön breit produziert und erstrahlen auch dank des Violinenspiels in neuem Glanz.

Die neuen Stücke passen in das Muster von „Runibergun“. Gute Riffs, eingängige Refrains und polternde Galopperbeats werfen alle deutschen Pagan-Metal-Stärken in die Schlacht. Schön, dass Gitarrist Tobalt wieder am Start ist, sein Gitarrenspiel ist seit jeher ein Erfolgsfaktor von XIV DARK CENTURIES. Sein Weggang in den frühen 2000ern war ein herber Verlust für die musikalische Identität der Band.

Die Thüringer machen auch 2020 noch Spaß und dürften Nostalgiker und Neulinge gleichermaßen abholen. Nur ganz gelegentlich, wir denken an den Mittelteil des zweiten Stücks „Svava“ überschreiten XIV DARK CENTURIES die Grenze zum Kitsch und bringen den Skip-Finger in Bewegung. Ansonsten agiert die Band weitestgehend stilsicher und ohne Verstöße gegen den guten Geschmack.

Gestern, heute, morgen – „Waldvolk“ setzt die Reise fort

Zurück in die Zukunft – XIV DARK CENTURIES erlangen mit neuen und alten Stücken alte Stärke. Nicht nur für Nostalgiker eine echte Pagan-Metal-Empfehlung, auch wenn die Band die Klasse und inhaltliche Dichte der Genrekönige MENHIR nie erreicht hat und auch mit „Waldvolk“ nicht erreicht.

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15.03.2020

Stellv. Chefredakteur

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