TotalSelfHatred - Apocalypse In Your Heart

Review

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Das 2008 erschienene selbstbetitelte Debüt von TOTALSELFHATRED ist eine ziemlich gute, wenn auch relativ stereotype Depressive Black Metal-Platte mit Doomeinschlag. Was die Band jetzt als Zweitwerk abliefert, dürfte eine kleine Überraschung sein, wenn auch zumindest für mich keine positive.

„Apocalypse In Your Heart“ ist nicht nur in produktionstechnischer Hinsicht, sondern vor allem kompositorisch deutlicher flacher als „Totalselfhatred“. Grundlage des Sounds der Finnen ist immer noch recht getragener Black Metal mit vielen Elektroakustikgitarren-Intermezzi, rockorientierten Drumbeats und selbstmitleidig-jammernden Schreivocals. Die sieben Songs selbst sind allerdings völlig zerfahren, haben in sich wie untereinander wenig Zusammenhang und gehen zumindest mir schon nach einmaligem Hören ziemlich auf die Nüsse – besonders, weil das Album mit einer Stunde Spielzeit subjektiv zu lang ist. Die Riffs sind nicht nur uneingängig, sondern oft ungewollt schief. Dazu tragen auch die schrägen Leadgitarren bei, die offenbar fast Postrock-Flair verbreiten sollen, aber zu oft dafür sorgen, dass sich die Nackenhaare aufstellen und ich mich vor Disharmonie schütteln muss. Mir ist schon klar, dass TOTALSELFHATRED nicht den Anspruch haben, schön oder harmonisch zu klingen, aber ein gewisses gefälliges Arrangement sollte schon sein, damit man sich Musik auch geben kann. So tut „Apocalypse In Your Heart“ oft genauso weh wie das Leben, über das sich die Truppe beklagt.

Wie man das schlüssig und hörbar umsetzen kann, zeigt die Band selbst im zwölfminütigen Rausschmeißer „Cold Room Starstained“. Da ist das Songwriting nachvollziehbar, eingängig, schlüssig und trotz latent improvisatorischem Charakter einfach rund – das Ergebnis ist ein Song mit Gänsehautfeeling, der mit einem besseren, satteren und wuchtigeren Sound eine richtige Wand sein könnte. Schade, dass die Finnen darauf so wenig Wert gelegt haben.
Überhaupt ist die Band in den ruhigeren, sphärischen Momenten am stärksten. Die vermehrt eingesetzten Blasts wirken hingegen oft ein wenig unbeholfen und nicht in den Kontext integriert. Abgesehen davon passen sie meinem Empfinden nach überhaupt nicht zu den eher getragenen Riffs und vereinzelten Keyboardakzenten, die eher KATATONIA-Flair versprühen.

Ich nehme an, dass TOTALSELFHATRED für Liebhaber von depressivem Black Metal so oder so Pflichtprogramm sind. Diejenigen sollten und werden sich den Genuss von „Apocalypse In Your Heart“ durch meine Kritikpunkte nicht verleiden lassen. Wer nicht zwingend alles einsackt, was selbstmitleidig und weltschmerzgetränkt wirkt oder das Debüt noch gerade so mochte, sollte vor dem Kauf auf jeden Fall mal reinhören.

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13.02.2011

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