Sotabosc - El Batec dels Maquis

Review

Soundcheck April 2026# 7

SOTABOSC aus Barcelona gibt es seit 2023 und sie veröffentlichen mit „El Batec Dels Maquis“ erst ihr Debüt. Das hat in unserem April-Soundcheck direkt einen Platz im oberen Drittel belegt. Allzu sehr überrascht das allerdings nicht, da hinter der Band unter anderem Musiker von SYBERIA stecken. Deren Album „Quan Tot S’apagui“ hat kürzlich ebenfalls gut abgeschnitten. Des Weiteren teilen die Bands die katalanische Sprache und ihren Fokus auf den Post-Metal. SOTABOSC bringen zusätzlich eine ordentliche Portion Schwärze rein und bewegen sich im postigen Atmospheric Black. Bandname (zu Deutsch ‚Unterholz‘) und Albumtitel nehmen Bezug auf den Widerstand (‚Maquis‘) im spanischen Bürgerkrieg und unter Franco. Der Wald ist aber nicht nur als Versteck der Guerilla relevant, sondern soll zudem Naturverbundenheit ausdrücken.

SOTABOSC überzeugen beim Songwriting

Mit dieser Naturverbundenheit setzt sich die erste Albumhälfte auseinander. Die drei Stücke stammen ursprünglich vom Dark-Folk-Projekt ULMUS, zu dem es ebenfalls Verzweigungen gibt. Der Folk-Hintergrund erklärt auch die Songtitel, allesamt Namen nordischer beziehungsweise germanischer Gottheiten. „Nerthus“ startet mit einem atmosphärischen, bedrohlichen Grollen, bevor die Instrumentierung einsetzt. Schwarze Raserei der melodischen Sorte verwurzelt das Stück tief im Atmospheric Black. Auch ein postiger Einschlag ist vorhanden. Die Messlatte liegt schon hier hoch, doch SOTABOSC haben keine Schwierigkeiten, das Level im weiteren Verlauf von „El Batec Dels Maquis“ zu halten. Schleppend-melancholische Passagen sowie andächtige Momente sorgen für gutes Pacing und verhindern Durchschaubarkeit.

„El Batec Dels Maquis“ punktet beim Titeltrack

Letzterer Aspekt kommt besonders der zweiten Hälfte des Albums zugute. Diese wird von einem einzigen, 17-minütigen Stück gestellt. Der Titeltrack zeigt sich nochmal schwärzer und abwechslungsreicher als seine Vorgänger. Die absolute Stärke von „El batec dels Maquis / Records vius en la foscor“ sind aber die Leads. Deren Melodien treffen stets ins Schwarze und legen sich gerne mal subtil und gut ausbalanciert übereinander. Eine kleine Hörspiel-Pause mit Glockenschlägen und Vogelgezwitscher mag eine Anspielung auf Hemingways „For Whom The Bell Tolls“ sein, das in ebenjener Widerstandsbewegung spielt. Fast zu passend für einen Zufall.

So bleiben am Ende wenige Negativpunkte. Ein zentraler sind die Vocals, die nicht schlecht sind, der Musik aber nicht ganz gerecht werden. Dafür sind sie zu eintönig und durchschnittlich. Ein wenig länger als gut 33 Minuten hätte das Album außerdem gern sein dürfen. Vor allem, da es neben drei Neuinterpretationen eigentlich nur ein – obgleich beachtliches– eigens geschriebenes Stück gibt. Eine Empfehlung sprechen wir SOTABOSC natürlich trotzdem aus.

17.04.2026

headbanging herbivore with a camera

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